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hilflos ........

#1 von Flemo , 30.06.2010 11:47

Ich bin gerade zufällig im Tierbazar auf folgende Anzeige gestoßen: „1 Jahr alter Dackel zu verkaufen, wg. Urlaub. „ Und was wenn sich keiner findet der den Dackel kaufen will ? wird er dann wo angebunden ? Und hier die Aufrufe von diversen Tierschutzvereinen die oft alles geben um ihre Schützlingen ein erträgliches Dasein zu ermöglichen – und umso mehr ich darüber nachdenke wie und wo ICH helfen kann, umso hilfloser fühle ich mich – vom Bauch her würde ich sofort jedes verstoßene Lebewesen bei mir aufnehmen wollen – aber vom Hirn her undenkbar – finanzielle Unterstützung? Gerne – aber wie ist mehr geholfen ? Einem Verein eine größere Summe, oder vielen eine kleine ? wer braucht es momentan am dringendsten? Helfend mit anpacken – Gerne – aber letztendlich kommen die Bedürfnisse meiner Familie und meiner eigenen Hunde dann doch an erster Stelle –

Wie geht es euch damit?


Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.

 
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RE: hilflos ........

#2 von Grace , 30.06.2010 16:10

ja es ist sehr traurig viel zu viele solcher art anzeigen immer wieder lesen zu müssen, wo man sich wirklich fragt, warum so viele menschen derart achtlos mit ihren tieren umgehen. hilfe für den tierschutz wird überall auf der welt gebraucht. dass man sich da manchmal sehr hilflos fühlt, kann ich dir nur allzugut nachfühlen helga, denn auch ich fühle mich genauso, wenn ich zu oft und zu viele solche dinge lese.
leider ist es mir selbst auch nur in kleinem rahmen möglich zu helfen und daher werde ich weiterhin den dechanthof unterstützen, weil ich da auch mit eigenen augen sehen kann, was damit passiert. ich habe auch schon eine patenschaft für einen hund übernommen, denn wenn ich ihm schon kein neues zuhause bieten kann ... leider ... dann möchte ich wenigstens wissen dass er gut versorgt ist sowohl mit futter als auch medizinisch. mehr ist leider nicht möglich ...

denke dass man daher die dinge mit ein wenig abstand betrachten muss, weil man eben nicht immer und nicht überall helfen kann.


Wuffige Grüsse & bis bald
Marion & Grace

 
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RE: hilflos ........

#3 von Senta , 30.06.2010 16:11

Schwieriges Thema... Fakt ist nämlich, man kann nicht alle retten und man kann nicht allen helfen - es ist traurige Realität... An erste Stelle kommt DER Hund für den ich die Verantwortung übernommen habe - und sie verlangt mir auch einiges ab an Erziehung, Aufmerksamkeit und Weiterbildung...

Für mich ist einfach wichtig, immer dort zu helfen wo es möglich ist... Nicht nur mit Geld - sondern dort wo möglich auch mit Zeit und Zuwendung: denn das brauchen diese Tiere am meisten... Ich versuche persönlich immer dort wo etwas zu leisten wo ich gerade bin... Bin ich gerade in Zypern - so tue ich dort was ich kann... Bin ich in Bulgarien, so freunde ich mich meistens mit den Strassenkötern an!

Traurige Erkenntnis ist trotzdem, dass man nicht immer helfen kann und das alles eigenltich ohnehin ein "Tropfen" auf dem heissen Stein ist. Ich hoffe, wenn ich mit allen Ausbildungen fertig bin, dass ich da vielleicht etwas mehr erreichen kann.... Und sei es, dass man schwierigere Hunde resozialisiert um sie wieder vermitteln zu können!...

Aufklärung müsste auch bei den Züchtern beginnen... eben nicht an den erst besten verkaufen sondern wirklich die zukünftigen Hundehalter auf Herz und Nieren überprüfen... Denn viele "möchtegern Hundehalter" erkennen nicht was so ein Hundeleben einem abverlangt und dazu kommt, dass viele auch nicht bereit sind sich die Mühe zu machen, sich zu informieren über diese Lebewesen... Und dann kann man einem Hund kaum gerecht werden - denn er soll eben weder Spielzeug sein für die Kinder, noch Psychotherapeut für einsame Menschen: wohl kann er mit Kindern spielen und einem einsamen Menschen "Freund" sein: doch bleibt es ein Tier was eben Bedürfnisse hat - und auch diese gehören nun mal respektiert!


 
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RE: hilflos ........

#4 von Scarlet , 30.06.2010 17:56

@Vivien:
Du meinst aber nicht die Züchter, die unter dem ÖKV/FCI züchten, denn da ist der Großteil wirklich sich seiner Verantwortung bewusst. Du meinst eher die dubiosen Hinterhofzüchter, Hinterhofvermehrer und Ostblockimportierer. Da muss angesetzt werden.


LG Helga


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RE: hilflos ........

#5 von Senta , 30.06.2010 18:47

@Helga

Bingo! Klar - ich meine jeden damit, der Hunde vermehrt (Rassehunde oder sonst was) ohne sich Gedanken zu machen wo diese Hunde landen. Man kann sehr glücklich darüber sein, dass der Großteil der FCI Züchter schon sehr verantwortungsbewusst sind... Allerdings sind die Zuchtbestimmungen nicht so streng wie ich es persönlich gerne hätte... Denn im Grunde reicht es einen Hund zu haben mit relativ gute Bewertungen bei den Ausstellungen: und Du kannst schon einen Zuchtnamen quasi beantragen und beginnen zu züchten. Ob Du dann als "Züchter" innerhalb der FCI wirklich die Käufer genau prüfst, wird vom ÖKV nicht kontrolliert - kann ja auch gar nicht kontrolliert werden. Sprich: es bleibt in der Verantwortung des einzelnen - und wie ernst es der einzelner damit nimmt ist sehr individuell - auch hier gibt es Abstufungen... Der Eine ist schon fast bereits paranoid vorsichtig, während der nächste eher schaut die Welpen einfach anzubringen... Vor allem natürlich dann, wenn man sehr viele Würfe hat innerhalb kürzeste Zeit - da kann es schwierig werden den Überblick zu bewahren.

Rassehunde sind leider auch nicht davor bewahrt: wenn man im Tierheim ankommt um dort freiwillig mitzuarbeiten - und dort dann plötzlich 2 herrliche Welpen findet (reinrassige Deutsche Schäfer) die ausgesetzt wurden: so fragt man sich halt schon wie das nur möglich sein kann?

Da habe auch ich leider bereits zu viel gesehen: Ich kenne auch genug Fälle von Hunde die man dann einschläfern muss weil man sich eben in der Rasse quasi vergriffen hat und damit dann letztlich nicht klar kommt! Genau so einen Fall haben wir jetzt gerade - und ich befürchte auch da das schlimmste, denn die Halter überlegen bereits den Hund abzugeben... Anfangs hatte der Hund nur gebellt... Da hat dann irgendein Trottel wohl ein Training mittels Strafe und "Unterwerfung" vorgeschlagen: woraufhin der Hund aggressiv wurde und bereits 3 Leute angegriffen hat. Ob die Leute rechtzeitig zum richtigen Verhaltenstherapeuten kommen, wird sich zeigen - wenn nicht, dann geht die Sache mit Sicherheit schief. Kommt oft vor bei z.B. Herdenschutzhunde die in eine Umgebung rein kommen wo sie überhaupt nicht reinpassen - und wo sich Familie auch viel zu wenig auskennt um damit auch umzugehen :( Wenn sie dann auch noch beim falschen Trainer landen, dann ist die Katastrophe natürlich vorprogrammiert und auch das FCI kann einen Hund nicht davor schützen!!!

Am schlimmsten natürlich die Fälle von Hunde die auf Parkplätzen verkauft werden... Hier passiert ein großes Übel - und die gutgläubigen lieben Menschen die Welpen kaufen, verewigen mit ihr Mitleid nur diesen Teufelskreis... Dass man da nicht rechtlich einen Riegel besser zuschieben kann ist wirklich erbärmlich...

Mein Züchter hat mich wirklich auf Herz und Nieren geprüft... Ich musste sehr oft besuchen, viele Fragen beantworten: und ich bin mir sicher, dass er auch recherchiert hat mit wem er es zu tun hat... Er hat auch sehr genau beobachtet wie ich mit der Mutterhündin umgehe und ob mich diese annimmt... Von dem her, kann ich ihn empfehlen: denn er handelt im Sinne der Hunde...

In Österreich sind die meisten Züchter, begeisterte Hobby Züchter... Sprich - sie machen ihre Arbeit nicht für den Gewinn sondern wirklich aus Begeisterung für die verschiedene Rassen... Anders leider oft im Ausland, wo teilweise eine Massenzucht stattfindet um einfach Geld zu schaufeln... Hier dürfte man wirklich auf keinem Fall einkaufen gehen - denn die Nachfrage bestimmt den Markt - und wenn keiner einkaufen würde, so könnte dieses Leid endlich ein Ende finden!!!

LG Vivien.


 
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RE: hilflos ........

#6 von Scarlet , 30.06.2010 22:58

D'Accord, da stimme ich mit Dir absolut überein. Wie ja einige wissen, habe ich vor, wenn ich in Pension gehe, dass ein Sheltie-Welpe hier einzieht. Das aus gutem Grund erst dann, weil ich Zeit für ein Welpie haben will und ich einmal selbst einen Welpen großziehen möchte. Ich hoffe, ich bin dahin noch immer gesundheitlich so am Damm wie jetzt, denn das ist für mich Voraussetzung. Ich habe vor, mit der kleinen Sheltie-Dame dann auch Agility zu machen, weil mir das unheimlich Spaß macht.

Großteils schaffen sich Leute Hunde an, ohne Wissen, was die jeweilige Rasse braucht, wo die Stärken und die "Schwächen" sind, wobei für mich ein Hund keine Schwächen hat. Ich muss mir nur den zu mir passenden Hund suchen, er findet sich mit Sicherheit und ich muss mir bewusst sein, dass so ein Hund mein Leben total umkrempelt. Das war mir z.B. ganz klar bewusst und ich habe mich drauf eingelassen, als Gina bei mir eingezogen ist, ansonsten war ich auch ziemlich blauäugig, allerdings aber sehr lernfähig. Gut bei mir kommt dazu, dass ich eine Perfektionistin bin, Achtung vor jedem Lebewesen habe. Das war schon bei den Fischen so, hat sich bei den Schlangen nicht geändert und beim Hund ja sowieso.


LG Helga


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RE: hilflos ........

#7 von Blue-Sky , 30.06.2010 23:19

Ich war auch schon öfter in Tierheimen, vor allem in meiner Schulzeit ... erstens war der Wunsch nach einem eigenen Vierbeiner riesig und zweitens wollte ich helfen und meine Freizeit besonders intensiv nutzen. Muss gestehen, dass ich sehr sensibel auf den Anblick dieser verstoßenen Seelen reagiert habe und nur schwer damit umgehen konnte. Sie taten mir alle so unglaublich leid. Ich verstehe es so gut, dass du dich da hilflos fühlst, Helga, genauso geht es mir auch. Jedes Mal, wenn Hilfe benötigt wird und ich nicht viel tun kann. Überall benötigt jemand Hilfe, wenn ich zu oft über so etwas nachdenke macht es mich fertig und das will ich mir ehrlich gesagt nicht antun - es hilft weder mir noch sonst jemandem, wenn ich ihn bemitleide und weine.
Finde es eigentlich gut auf den Punkt gebracht so wie Vivien es geschildet hat, kann ich für mich so unterschreiben. Ich helfe dort wo ich kann und freue mich, wenn ich damit jemanden glücklich gemacht habe. Wenn jeder seinem eigenen Land hilft, egal ob Hunden oder Menschen, dann wäre allen geholfen. Leider ist die Sache sehr kompliziert und hängt von vielen Faktoren ab - vor allem von der Staatskasse. Aber nur nicht die Hoffnung begraben!

Es wäre schön, wenn man den illegalen Welpenhandel stoppen könnte. Ich denke, wenn wir informieren und mit den Menschen reden, dann tun wir eh schon viel in diese Richtung. Klar, einige werden nicht zuhören und nicht mit sich reden lassen, aber ein paar werden es und diese erzählen es dann weiter und die anderen auch und so werden viele Menschen umdenken. Kann sein, dass meine Gedanken zu naiv sind, aber ich glaube trotzdem fest daran, dass ein Umdenken stattfinden wird!

Leider gibt es Vermehrer/Massenhundehalter auch in Österreich :( und viele Menschen lockt der billige Preis. Ich kann nur von mir erzählen, als mich Verwandte und Freunde fragten wieviel denn so ein Hund vom Züchter kostet haben mir die meisten den Vogel gezeigt, warum ich denn so viel Geld für einen HUND ausgebe, den ich auch billiger herbekommen könnte. Ein paar haben meinen Beweggrund verstanden, dass ich erstens der Meinung bin, dass ich damit einen Beitrag zum Tierschutz leiste, ich zweitens einen gesunden, gut sozialisierten, in liebevollen Händen aufgewachsenen Hund haben möchte von drittens einem engagierten Züchter, der seine Zucht mit Herzblut betreibt, eine wunderschöne Rasse erhält und ich nur von dessen Erfahrung profitieren kann. :)
Es liegt in der Hand der Menschen, ob sie sich informieren wollen oder nicht. Ich wünschte es würden sich mehr Menschen vorher informieren, ob ein Hund für sie passt oder nicht, für das Wohl der Hunde! So sehr jemand Hunde auch liebt ... wenn er nicht zurückstecken kann, sich nicht auf Veränderungen, Einschränkungen und Arbeit einlassen will, sollte er die Finger von einem eigenen Hund lassen!
Finde es nicht schlimm, wenn jemand einen Hund haben möchte, weil er sich einsam fühlt - solange er den Hund artgerecht auslastet, sich mit ihm beschäftigt und eine tiefe Bindung zu ihm aufbaut.

LG,
Bina


 
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RE: hilflos ........

#8 von Senta , 01.07.2010 07:52

@Bina

Du hast es auf den Punkt gebracht... Das Problem ist wirklich, dass diese Welpen aus Massenzucht oder eben vom Parkplatz Verkauf wirklich billiger sind: und zwar erheblich. Was die Käufer allerdings nicht bedenken ist, dass sie die Differenz (und oft viel mehr noch) an Krankheit und auch an Verhaltensprobleme ausgeben...

Sehr sehr viele der Verhaltensprobleme sind ein Resultat von schlechter Sozialisierung... Und sehr sehr viele kommen daher, dass die Welpen schon vor der 8 Woche von der Mutterhündin getrennt werden und dadurch auch vieles nicht lernen was für das Leben notwendig ist. Diese Probleme sind sicherlich auch der Grund warum dann einige im Tierheim landet... Denn, wer beim Kauf schon spart, will in der Regel auch nicht Unmengen für Krankheit oder Verhalten ausgeben!!! Hier hat der Hund anscheinend einfach einen anderen Stellenwert... Soll oft Statussymbol sein oder irgendwie gebraucht werden: wird aber nicht als Lebewesen mit Bedürfnissen wahrgenommen.

Wie es Dir geht, wenn Du in einem Tierheim gehst: das kann ich sehr nachempfinden. Kein Mensch der Hunde mag, sieht sich dieses Bild gerne an... ABER bei Hilfslosigkeit und Mitleid darf es nicht bleiben. Man kann sehr wohl in der eigenen Umgebung etwas tun und leisten... Und wenn die Zeit sehr wenig ist - dann mindestens die Zeit die man gerade hat! War selber jetzt länger nicht beim Dechanthof, es ging sich und ging sich einfach nicht aus... Vermisse Rusty und die anderen und freue mich wenn es sich endlich wieder ausgeht dass man öfters da sein kann... Und dann denke ich nicht daran wie "arm" der ist - sondern daran wie schön er ist und ob ich für ihn was tun kann!!!


 
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RE: hilflos ........

#9 von Blue-Sky , 01.07.2010 11:38

@Senta

Genau das bedenken die meisten nicht! Den Kostenpunkt, wenn sich erst einmal Krankheiten und Verhaltensstörungen bemerkbar machen und genau dann wird der Hund zu anstrengend und zu teuer. "Nein, so haben wir uns das nicht vorgestellt!" Ich mein, mich würd der geringe Preis für einen RASSEhund stutzig machen. Das geht sich ja hinten und vorne nicht aus, alleine schon, wenn man Untersuchungen, Deckeinsatz, Pflegeaufwand, Zeit usw miteinbezieht.
Ich wäre dafür, dass man sich schon vorher an einer Beratungsstelle anmelden müsste, ehe man sich einen Hund holt, wo man vorab viele Informationen erhält. Nicht nur für Hunde, für alle Haustiere, denn die meisten handeln ja nur aus Unwissen. Am günstigsten wäre es, wenn es nichts kostet, denn den meisten wäre ihr Geld zu schade dafür.

Bin ganz deiner Meinung. Solange man hilft, egal wann und wie oft, leistet man schon eine Menge für die Tiere! Ich muss mit meinem Mitleid leider noch kämpfen, aber ich hoffe, dass ich es eines Tages auch in etwas Positives umwandeln kann. Wenn ich in Salzburg bin und wieder mobil mit dem Auto hab ich da viel mehr Möglichkeiten und besuche auch oft einen Gnadenhof, allein schon, weil dort mein ehemaliges Lieblingsschulpferd steht und seine letzten Jahre genießt. Finde es eine schöne Arbeit dort auszuhelfen und den Tieren meine Aufmerksamkeit und Zuneigung zu schenken, da spürt man wahre Dankbarkeit und es ist schön, wenn sie total darin aufgehen umsorgt zu werden. Hoffe du findest bald Zeit wieder zum Dechanthof zu fahren!! Ich muss mal mit dem Auto nach Wien, würd da auch so gerne mal hin.

LG,
Bina

 
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RE: hilflos ........

#10 von Senta , 01.07.2010 12:23

@Bina

Ich muss mich leider als Gegner des "Hundeführerscheins" outen (vor allem so lange dieser nur für manche Rassen verpflichtend ist)... und gestehen, dass ich echt FÜR einen Hundehalter Führerschein wäre: und zwar für JEDEN der einen Hund halten möchte.

Wie viele Probleme würde man da bereits im Vorfeld vermeiden können. Jeder Hundehalter müsste beweisen, dass er sich eben auskennt mit Ernährung, Rasseeigenschaften des Hundes den er kaufen möchte, Beschäftigung und vor allem auch stressfreie positive Erziehung! Das wär was...

Denn, ein gut ernährter Hund der eine stressfreie und positive Erziehung genießt und noch dazu eine geeignete Beschäftigung: wird in der Regel nicht zu einem durchgeknallten irren, der Menschen angreift und Aggressionen zeigt! DAS ist in den meisten Fällen des Menschen Werk!


 
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RE: hilflos ........

#11 von Blue-Sky , 01.07.2010 13:01

Ich halte auch nichts vom Hundeführerschein, also da bist du stehst du hier sicher nicht alleine mit der Meinung. Wenn schon eine Prüfung, dann bitte für alle Hundehalter mit Hund, egal welcher Rasse. "Unerzogenheit" und Verhaltensauffälligkeiten sind keine rassetypischen Merkmale, sondern nur das Produkt von falscher Erziehung und falschem Umgang mit dem Hund.
Deshalb sollten sich wirklich Fachmenschen mit dem Thema "Hundeführerschein" auseinandersetzen und die Prüfung so legen, wie sie es für sinnvoll halten und nicht irgendwelche Beamte bzw Politiker, oder beliebige Hundetrainer. Das wär wirklich was, wenn jemand so etwas auf die Beine stellen würde
Weißt, da müsste dann niemand aufschreien, wenn alle die Prüfung machen müssten, oder hat etwa jemand etwas zu verbergen???

Ich bin auch überzeugt davon, dass man mit der Ernährung des Hundes auch einiges bewirken kann. Je nachdem was man mit dem Hund macht gehört auch die entsprechende Ernährung dazu!


 
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RE: hilflos ........

#12 von Senta , 01.07.2010 15:06

Dass alle die Prüfung machen - war vermutlich eine Kostenfrage - denn weder genug Prüfer vorhanden vermutlich, noch wollen alle Hundehalter die Ausbildung bezahlen für eine etwaige Vorbereitung? Ich nehme an, dass die Politiker da feig waren - denn sie wussten dass sie einen Hundeführerschein der für alle verpflichtend wäre, vermutlich mit einer Volksabstimmung nicht hätten durchbringen können: denn DA hätten plötzlich alle Hundehalter zusammengehalten: und davon gibt es nun mal extrem viele in Wien! Schade, dass man selber betroffen sein muss um wirklich da aktiv zu werden!

So trifft es eben eine Minderheit - und es ist für die Politik immer leicht auf Minderheiten los zu gehen! So hat man ein populistisches Gesetz geschaffen wo sich einige Menschen als sicherer einschätzen: was sie wegen dem Führerschein keineswegs sind!

Dass es hält - kann ich mir nicht vorstellen - denn negative Schlagzeilen wird es weiterhin mit Beissvorfällen geben: dieses Gesetz löst das Problem nicht! Was auch fatal ist... Denn ein recht intelligenter und gebildeter Mensch (der aber an sich schlecht mit seinem Hund umgeht und ihn normalerweise auch nie anleint) wird die schriftliche Prüfung bestehen und vielleicht während der praktischen Prüfung gerade die 30 min seinen Hund gut im Griff haben (und im restlichen Leben niemals drauf schauen vielleicht!). Während einer der vielleicht seinen Hund perfekt im Griff hat, aber nicht lesen und schreiben kann, bereits bei der schriftlichen Prüfung durchfällt... Ich frage mich was in solchen Fällen dann passiert...und ob für Ausnahmefälle auch vorgesorgt und nachgedacht wurde... Wäre nämlich recht tragisch, wenn ein Mensch seinen Hund verlieren muss nur weil er vielleicht eine Lernbehinderung hat oder nicht lesen/schreiben kann - oder vielleicht sogar nur eine sprachliche Barriere noch hat?


 
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RE: hilflos ........

#13 von Fangonette , 01.07.2010 17:35

Hallo,

der Tierschutz ist meiner Meinung nach überhaupt ein ganz schwieriges Thema.
Ich sehe ein großes Problem aber auch im Mitleid der Menschen. Versteht mich jetzt bitte, bitte nicht falsch, mir tut jeder Hund oder Welpe leid, der kein Zuhause hat, in dem er lieb gehabt wird, regelmäßig Futter bekommt, und ein Dach überm Kopf hat. Aber: solange Menschen den illegalen Welpenhandel unterstützen, sprich: die Welpen dort kaufen (sei es jetzt das Freikaufen oder wirklich das zu sich nehmen), wird es weitergehen. Angebot und Nachfrage.... solange diese Irren ihre Hunde ankriegen, wird es weitergehen. Ist aber keine Nachfrage mehr da?! Ja dann?
Zum Thema Züchter.... auch der beste Züchter steckt nicht drinnen. Habe leider schon zu oft erlebt, dass Hunde aus den unerklärlichsten und fadenscheinigsten Gründen wieder abgegeben werden. Bei den Kromis ist es so geregelt, dass der Hund immer zuerst dem Züchter angeboten werden muss (ist im Vertrag so drinnen). Es gibt immer wieder Notfälle, die einfach schwer zu vermitteln sind und die Leute geben die Hunde ab, weil sie eben einfach keine Ahnung haben. Die scheinbar engagiertesten Menschen zu Beginn kommen dann drauf, dass auch ein Hund in die Pubertät kommt. Oder es ändert sich ihr Leben so massiv, dass das Tier keinen Platz mehr hat. Keine Frage, ich verstehe das selbst nicht ganz, denn wenn man sich ein Tier nimmt, muss man in gewisser Weise für viele Jahre vorplanen und wissen, was auf einen zukommen kann. In manchen Fällen ist es aber sicherlich auch für den Hund besser, wenn er zu anderen Besitzern kommt.
Ich verurteile die Menschen, die ihre Tiere an der Straße aussetzen und sich nicht drum kümmern, was mit ihnen passiert, sie einfach ihrem Schicksal überlassen.

@ Senta:

Vivien, du hast was sehr Schönes gesagt, du denkst nicht daran, wie arm Rusty ist, sondern wie SCHÖN er ist. Und genau diese positiveren Gedanken alleine helfen schon weiter. Mit Mitleid alleine passiert nichts. Aber positive Energie ist so enorm ansteckend und kann eben sehr wohl helfen.

Deine Gedanken zum Thema Hundeführerschein teile ich absolut. Problem nur - zumindest was Ernhährung betrifft - da wird dir keiner mitmachen, zig Hundefutterfirmen würden umkrempeln oder dicht machen müssen. Ich denk da an eine ganz große Firma, die sch.... Futter herstellt, allerdings auch sponsort, was das Zeug hält (vielleicht ist klar, an welche Firma ich denk, will da keine Schleichwerbung oder sonstwas betreiben).

Man tut was, wenn man auch nur den kleinen Fingernagel rührt und sich INFORMIERT denk ich. So kann man auch Falschinformationen recht gut gegensteuern und alleine das ist sehr wertvoll.


 
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RE: hilflos ........

#14 von Senta , 01.07.2010 18:34

@Fangonette

Das mit der Ernährung und gewisse Firmen - klar ist das schwierig... Aber schau... Eine gewisse Firma hat auch versucht das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" zu verhindern: und es ihnen NICHT gelungen... Irgendwie hat die Wahrheit eine böse Angewohnheit ans Licht zu kommen!!!

Nun - das wirkliche Problem dabei, ist dass gerade diese Firmen sehr sehr große Summen spenden teils an Vereine, teils für Ausstellungen oder gar für Tierärzte, Recherche etc. Es werden also viele Entscheidungsträger fast schon GEKAUFT... oder um es vielleicht etwas milder umzuformulieren: ich habe manchmal den Eindruck dass es für gewisse Entscheidungsträger und Vereine leider hier einen gewissen "interessenskonflikt" gibt.

Zum Glück gibt es aber nicht nur die ganz großen Vereine oder die ganz gierigen Tierärzte. Ich kenne bereits viele Tierärzte die umdenken und es gründen sich neue Vereine die zwar "kleiner" sind aber dafür oft präziser arbeiten.


 
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RE: hilflos ........

#15 von Scarlet , 01.07.2010 23:44

Nur mal so meine Gedanken zu Euren Beiträgen.....

Also eine verpflichtende Schulung, wenn man sich ein Haustier anschafft, würde ich megamäßig befürworten. Ich hab es erlebt bei den Zierfischen - was mir da an "Aquarianern" untergekommen ist, das wollt ihr besser nicht wissen. Nur soviel, ich habe viele Fische gezüchtet, kann man teilweise auf meiner HP auch nachlesen und natürlich habe ich auch die Nachzuchten abgegeben. Es gab aber viele "Pseudoaquarianer" denen ich keinen Fisch gegeben habe und ihnen geraten habe, sie sollen so schleunigst wie möglich verschwinden durch die Tür, woher sie gekommen waren. Ich wurde oft als arrogant und überheblich bezeichnet, das war mir aber wurscht.

Dann gab es in der Aquaristik - und gibt es leider heute noch immer, wobei mittlerweile einiges Tun verboten ist - diverse Qualzuchten, Hochzuchten usw. Ich habe damals einen Artikel geschrieben, diese wurde auch in einer Zeitschrift veröffentlicht. Fragt mich nicht, was das für mich bedeutet hat. Ich wurde von vielen Leuten im gleichen Hobby gemieden und in den Vereinen, in denen ich war, gab es megamäßige Diskussionen. Ich habe mich diesen Diskussionen gestellt, den Artikel könnt ihr hier nachlesen: http://www.tierphotografie.at/hybriden.html

Es ist im Bereich der Terraristik leider nicht viel anders, genau so wie bei Hunden und Katzen.

Man nannte mich schon sehr oft eine Fanatikerin, ja ich gebe es auch zu, ich bin es auch. Das ist meine Einstellung und die vertrete ich auch und dazu stehe ich auch. In der Zeit - war ca. 2005 -, als ich den Artikel über die Zierfische veröffentlicht hab, wurde ich von damals befreundeten Aquarianern ziemlich gemieden, Freundschaften wurden aufgekündigt. Es war mir egal. Mit einem dieser ehemaligen Freunde war ich 2009 beim jährlichen Hüttenwochenene eines Aquarienvereines zusammen. Irgendwie sind wir dann abends hängen geblieben, haben ein paar Bierchen getrunken und über "unser Problem" diskutiert. Er ist nämlich ein Guppyhochzüchter und ich die Naturformenfanatikerin. Wir haben damals einen gemeinsamen Level gefunden und genau das wollte ich damit erreichen. Er hat in seiner Guppyhochzucht umgedacht und mittlerweile verstehn wir uns wieder prächtig und freuen uns schon aufs heurige Hüttenwochenende.

Zucht - und zwar gesunde Zucht - ist gut und richtig, auch bei Hunden z.B. Ich verurteile hier lediglich, die Möpse und Boxer z.B. mit den zu kurzen Schnautzen, die "Bergabschäfer" usw.


LG Helga


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zuletzt bearbeitet 02.07.2010 | Top

   

wie grausam menschen sind
Dringenst!!! vorübergehende Pflegeplätze gesucht!



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