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So war das doch nicht gedacht...

#1 von Senta , 01.06.2010 11:59

Eine Seite aus dem aktuellen Newsletter von Dechanthof... Ich finde es sehr traurig aber leider sehr wahr:



Nun... es gibt viele Gründe einen Hund zu sich zu nehmen... Es gibt aber auch viele vermeintliche "Gründe" die als Grund in Wirklichkeit nicht ausreichen... Hier sind ein paar die ich öfters höre:

"Ich wollte einfach einen großen Hund um das Haus und den Grund zu bewachen..." Vorschlag meinerseits: Alarmanlage ist langfristig gesehen billiger und viel viel kompetenter.
"Ich wollte einen Spielkamaraden für meine Kinder...." Vorschlag meinerseits: Spielwaren Geschäft aufsuchen und ein anderes Spielzeug besorgen...

Es stimmt schon, dass ein großer Hund theoretisch ein Grund bewachen kann... In der Praxis sieht es so aus, dass ein Stück vergiftetes Fleisch über den Zaun fliegt...und die "Alarmanlage Marke Hund" ist bereits beseitigt... Es stimmt schon, dass Hunde für Kinder ein herrlicher Kamarad sein können... Aber nicht die Kinder nehmen die Verantwortung für dieses Tier: sondern die Erwachsenen!!! Und die Erwachsenen müssen bereit sein auch sich dementsprechend zu kümmern!!!

Ich finde es geradezu beschämend manchmal für unsere Art, dass man Menschen erst daran erinnern muss, dass ein Hund eben ein Lebewesen ist und kein Gebrauchsgegenstand. Dies zeigt auf, wie sehr wir uns eigentlich von einer Natürlichkeit entfernt haben... wie schädlich unsere Idee von "Zivilisation" ist... Wenn man nicht mehr unter lebende Tiere und Gegenstände wirklich unterscheiden kann... Deshalb hier nochmals ein Aufruf - bitte keinen Hund nehmen, wenn man sich nicht langfristig dazu verpflichten kann dafür alles zu tun.

Ein Hund wird unter Umständen eure Zeit in Anspruch nehmen, das Bein eurer neuen Flamme anpinkeln, die neue Einrichtung demolieren, Zeitlang ins Haus pissen und kacken... Ein Hund wird vielleicht krank und braucht teure Behandlungen... Ein Hund wird, wenn man ihn mit Schmerzreize trainiert...eure Kinder beissen: und sie selber wahrscheinlich auch. Ein Hund wird, wenn man nicht entsprechend sich um ihn kümmert, eurer schlimmster Albtraum werden. Und DANN muss man auch bereit sein zu ihm zu stehen und die harte Arbeit zu leisten um das verbockte wieder zu reparieren... Wenn einer dazu nicht bereit ist: dann bitte ein Stofftier kaufen!!! Denn, ein Tier nehmen... Das Tier dann ruinieren mit Strafreizen und Schmerz... und es dann einfach abschieben: das ist unwürdig der menschlichen Rasse... und es ist unnötig auch noch!


 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#2 von Jagdhundbande , 01.06.2010 14:38

der beitrag sollte mit trompetentönen gezeigt und gehört werden können - bravo vivien!




folge dem Weg Deines Herzens !

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#3 von lucky , 01.06.2010 16:37

ja leider ist es bei vielen menschen so- wie mit einem auto....wenns nicht mehr gebraucht wird- weggeben oder austauschen. die werden die kinder wahrscheinlich auch ins heim geben...nur um ruhe zu haben und ja keine verantwortung- aber man muss ja ALLES HABEN...
ich kann den menschen sowieso nicht verstehen der ein tier wo anbindet- mich würde das bis zu meinen tod verfolgen- alleine schon der blick des tieres..meine güte- wie kann man das tun.
leute die tiere quälen- was geht in denen vor? die können doch kein gefühl für irgendetwas haben.
es gibt sicher bei menschen schwere lebensumstände(nicht vorhersehbar) und bevor sie den hund wo anbinden oder aussetzen ist es besser er kommt ins tierheim.

lucky und simba sind von menschen die überfordert waren- aber die hatten einfach keine ahnung von hunden- das ist scheisse...den wenn wer einen fernseher kauft informieren sie sich auch stundenlang- welcher- was kann der usw...
bei einen lebewesen sollte man sich eben auch informieren und nicht "oh wie süss-den will ich" und sich ja keine arbeit machen und dann einfach weggeben weil der hund sooooo schlimm ist....


 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#4 von Nuki , 02.06.2010 18:13

ich finde das furchtbar :-( Ist der Hund denn nun schon vergeben????
Ich hab überlegt ihn ins OS-Forum zu stellen

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#5 von Grace , 02.06.2010 18:22

@Nuki:
ich glaube nicht dass es sich hier um einen speziellen hund handelt, es ist eine geschichte, die leider immer wieder vorkommt und gerade die leute im tierheim werden damit oftmals konfrontiert.
sie wurde geschrieben um die leute mehr zum nachdenken zu bewegen ... bevor sie sich einen hund zulegen !

der hund auf den bildern ist nämlich nicht ein und derselbe, denn auf dem letzten bild das ist mein geliebter HENRY, mit dem ich so schöne begegnungen und spaziergänge hatte. er ist vor kurzem trotz seiner 12 jahre zu einer sehr lieben familie gekommen und ich habe mich darüber sehr gefreut !!!


Wuffige Grüsse & bis bald
Marion & Grace

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#6 von Nuki , 02.06.2010 18:45

AHHHHHH jetzt verstehe ich. Aber das ist echt sehr nah geschrieben.
Der Henry hatte es Dir ganz schön angetan, gell????

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#7 von Grace , 02.06.2010 21:57

Henry war was ganz besonderes. schade dass ich nicht mehr dazu gekommen bin von ihm bilder zu machen ... hätt ihn so gern noch verewigt. doch umsomehr hab ich mich für ihn gefreut dass er nun in guten händen ist ... und ich werde bestimmt bald wieder einen neuen liebling am dechanthof finden


Wuffige Grüsse & bis bald
Marion & Grace

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#8 von Blue-Sky , 03.06.2010 00:36

Wirklich ergreifend geschrieben und leider Realität ... ich könnt jedes Mal weinen, wenn ich in einem Tierheim bin und so viele "weggeschmissene" Hunde sehe. Aber ich weiß, dass meine Tränen ihnen nichts bringen und mir schon gar nicht.

Ein Hund schränkt ein, fordert Zeit, Geduld und Verständnis - darauf sollte man gefasst sein. Man muss viel im voraus planen, sich seine Zeit gut einteilen, in den Pausen keinen Kaffee mit Freunden trinken gehen, sondern sich mit dem Hund beschäftigen, das ein oder andere Mal öfter putzen/staubsaugen, bei jeder Witterung hinausgehen ect. Aber es lohnt sich - Hunde geben so viel Liebe und Freude zurück, das ist unglaublich. Jeder, der sich mit seinem Hund wirklich intensiv beschäftigt, ihn versteht und respektiert, wird dem zustimmen und ihn nie im Leben hergeben wollen, auch, wenn es eng wird - man findet Lösungen!

Freut mich, dass der alte Henry in seinen Jahren noch so einen lieben Platz bekommen hat!! :)

LG,
Bina

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#9 von Senta , 03.06.2010 09:19

Du sagst es Bina... Das Problem ist, dass es für viele Menschen sehr schwer einzuschätzen ist wie es wirklich ist ein Hund zu haben, weil sie noch nie einen gehabt haben....

Ich gebe Dir ein Beispiel aus meiner Geschichte... Ich hatte zuhause beim aufwachsen (also bei meinen Eltern) immer einen Hund... Teilweise hatten wir sogar zwei! Ich habe unsere Wuffs immer sehr geliebt... Sie haben mein Leben begleitet, mich immer getröstet wenn irgendwas traurig war... Sie waren irgendwie einfach Familienmitglieder die man akzeptiert und gern gehabt hat...

Wie ich mit 18 dann Zypern verlassen habe, hat meine damalige Hündin immer gewusst wann der Koffer gepackt wird, dass ich gehe... Und hat sehr traurig mich gegrüsst... Jedes mal bricht es Dir das Herz. In Wien konnte ich während des Studiums aus vielen Gründen keinen Hund haben... Es war weder in der Wohnung erlaubt, noch hätte ich jemals genug Zeit dafür gehabt. Aber ich habe mich danach gesehnt... Es sind viele viele Jahre vergangen bis ich die eigene Wohnung hatte und selber entscheiden konnte: und da entschied ich die Senta zu mir zu nehmen. Ich habe, wie Du, alles gelesen, alles studiert...alles vorbereitet... Meinen Balkon "Welpensicher" gemacht, Ernährungsbücher studiert... Mich so akribisch wie nur vorstellbar auf diesen Welpen vorbereitet: ich wollte ALLES richtig machen... Und es war ja nicht so, als hätte ich mit Hunden keine Erfahrung: ich habe ja mein Leben lang mit Hunde gelebt!!! Doch - als Senta kam, war alles anders...

Plötzlich war die Wohnung nimmer still und die ersten Tage hat es mich wahnsinnig gemacht. Immer war irgendwo eine Bewegung, ein Herumwuzeln...ein ...naja, was soll ich sagen: ein LÄRM!!! Ich konnte auch kaum ein Buch in ruhe lesen oder sonst was tun... Denn, "Madame" hat ständig meine Aufmerksamkeit gebraucht und wollte fast ununterbrochen spielen. Ganz zu schweigen von dem, dass ich natürlich sie im Auge behalten musste um zu wissen wann sie raus "muss" - denn es war wichtig ihr zu vermitteln dass sie ihre Geschäfte draussen erledigen soll!!! Dazu kam, dass der kleiner Welpe anfangs an der Leine überhaupt nicht gehen wollte weil ihr die Stadt bereits eine Überforderung war... Puh... Das kleine war das süßeste, liebste, schönste was ich je erlebt hatte: und ich habe sie geliebt - sehr geliebt, von Anfang an... ABER ich hätte sie ERWÜRGEN können in manchen Momenten!!!

Es hat in etwa eine Woche gedauert bis ich mich an den Dauerlärm gewöhnt habe... Und jetzt, nach drei Jahren, tritt plötzlich ein anderes Phänomen auf... Wenn ich mal ohne Senta unterwegs bin: kriege ich die Krise weil überall Totenstille ist!!! Es ist kein Leben da, kein herumwuzeln...kein LÄRM... Kein Schnaufen, kein Kläffen, kein Winsel-Winsel "beachte mich bitte". Und kein Biest was mir auf meinem Buch einen Ball draufhaut: "Hör auf zu lesen und spiel endlich mit mir!!!" Ohne dieses Biest, bin ich's einfach nimmer... Das Leben erscheint fad, farblos, leblos: Trist eben ohne Senta.

Damit will ich sagen: so gut man sich auch vorbereitet - vieles weiss man im Voraus leider nicht... Ich wusste nicht dass ein Sheltie so "laut" sein kann... Ich wusste nicht dass sie LKW hassen würde.... Ich wüsste nicht, dass dieses Tier so überintelligent sich entwickeln würde, dass sie regelmäßig MICH abrichtet ohne dass ich es überhaupt mitbekommen!!! Es ist bei uns sehr oft die Frage wer nun wen erzieht - und es dauert oft Jahre bis ich irgendeine Masche durchschaue: und dann auch meist nur mit Hilfe einer Verhaltenstherapeutin mit 25 Jahre Erfahrung und "Laserblick".

Genau deshalb, muss man es sich wirklich sehr überlegen... Man muss bereit sein sich zu allem zu verpflichten, durch dick und dünn - und entsprechend Vorkehrungen zu treffen für den Fall dass nicht alles glatt läuft... Wissen, dass man eine Unterstützung von der Familie notfalls bekommt... Wissen was passiert wenn der Welpe etwa krank wird und man Geld für Behandlungen braucht... Wissen wie man zurecht findet in JEDER Situation.

...die wenigsten Hundehalter können das wirklich ein Hundeleben lang gewährleisten: denn meist sind andere Sachen wichtiger... Der Job... Die Kinder... Und am ende des Tages, wenn es Probleme gibt...dann hört man den alt bekannten Satz: "Ist eh nur ein Hund"...

LG Vivien.


 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#10 von Fangonette , 03.06.2010 10:51

Das ist eine sehr berührende Geschichte, die leider all zu oft wahr wird, nicht nur bei Hunden.

Es gibt soooo viele Menschen, die sich einen Hund nehmen, weil er doch so süß ist (als Welpe) oder weil die Kinder einen Spielgefährten wollen.
Ich kann euch da meine Geschichte erzählen, denn ich war schließlich auch noch ein Kind, wie wir Fango bekommen haben, nämlich 12.

Seit ich denken kann, liebe ich Tiere über alles und habe, das sagen mir viele, einen recht guten Draht zu ihnen. Mit 4 Jahren ist unser Kater Felix zu uns gekommen, damals ein kleiner Katzenwelpe. Felix war für mich immer irgendwie auch wie ein Hund, denn er hat gelernt, auf Pfiff zu kommen, sich hinzusetzen, wenn ich ihm das sage und auch "Platz" hat er bald verstanden - ja, ein Kater. Aber, ich habe mir auch immer einen Hund gewünscht, weil mich diese Tiere sehr fasziniert haben. Meine Eltern waren immer dagegen, ein Hund ist so viel Arbeit (womit sie in gewisser Weise Recht haben), und ich würde ihn eh nach ein paar Wochen nicht mehr ansehen. Das hat mich dann jedes Mal gekränkt, weil ich genau wusste, dass viele Kinder so sind, aber ich mich so gerne drum kümmern würde, nicht nur einige Wochen!
Es kam dann der Zeitpunkt (um meinen 12. Geburtstag herum), an dem ich meine Mutter immer und immer wieder im Internet auf Hundehomepages gesehen habe. Dann haben wir beide uns in eine 7-jährige Parson Russel Hündin verliebt, die zur Abgabe gestanden ist. Wir haben mit der Züchterin Kontakt aufgenommen, uns über diese Hündin erkundigt,.... Mama hat im Büro nachgefragt, ob sie denn einen Hund mitnehmen dürfte, wenn wir einen hätten - auch da kam das ok. Gedanken haben wir uns gemacht, wohin, wenn auf Urlaub, ein paar Leute gefragt, etc. Jetzt war da aber noch die Hürde, mein Vater. Er hatte fürher einen Hund, das war aber ein Hofhund, also nicht so in die Familie einbezogen.
Mama und ich haben eine Powerpoint Präsentation gemacht über diese Hündin, um Papa davon zu überzeugen. Die ersten Worte, die er danach gesagt hat, waren: "entweder der Hund, oder ich" - an das werd ich mich glaub ich mein Leben lang erinnern.
Für mich ist einmal die Welt zusammengebrochen, das könnt ihr euch vorstellen, auch meine Mutter war fertig. Am nächsten Tag bin ich auf Skikurs mit der Schule gefahren, worauf ich mich grundsätzlich gefreut habe. Beim Abschied sind mir aber die Tränen runtergekullert, das kannten meine Eltern nicht von mir. Da dürfte es auch bei meinem Vater zum Rattern angefangen haben, denn wie ich auf Skikurs war, haben meine Eltern durch eine Bekannte, die eine Mischlingshündin hat, die Kromfohrländer entdeckt. In diese Rasse dürfte sich dann auch Papa verliebt haben, ich war erstmal ganz perplex, warum nicht diese Hündin, sondern eine ganz andere Rasse.
Heimgekommen, Bild gesehen, Rassebeschreibung (kein Jagdtrieb, für unsere Wohngegend eigentlich total ideal) gelesen, Homepages angeschaut - ja, diese Rasse muss es sein.

Ein Züchter hat sich bei uns gemeldet, der wo gelesen hat, dass Österreicher einen Kromi (die damals nur in D gezüchtet wurden) suchen. Den haben wir besucht, er hat den A-Wurf erwartet. Uns wurde ein Hund versprochen, die Geburt ging schief, von 7 Welpen haben 3 überlebt, 1 Rüde, 2 Hündinnen. 2 Hündinnen waren versprochen (wir wollten ursprünglich eine), er hat uns den Rüden angeboten. Wir haben zugesagt, hauptsache ein Kromi, Geschlecht war uns dann auch egal. Wir haben "unseren" Hund 2mal besucht (sind nach Erding gefahren) und zwei Wochen vor Abgabe haben wir ein Fax bekommen, dass dieser Hund für uns zu ruhig ist und wir ihn nicht bekommen. Die wahren Gründe haben wir auch damals schon gekannt - eine Frau hat Telefonterror betrieben, sie möchte doch einen Hund aus diesem Wurf haben, das hat er uns beim letzten Besuch erzählt. Diese Frau hat den Hund jetzt. Und wieder: die Welt ist zusammengebrochen "mein" Hund ist aufeinmal nicht mehr meiner.
Kurz darauf haben wir durch eine liebe Kromibekannte einen Anruf von einer Züchterin aus Augsburg bekommen, sie habe einen Wurf, 6 Rüden, wenn wir wollen, können wir uns einmal vorstellen kommen. Gesagt, getan, die Welpen waren 3 Wochen alt, wir sind einfach mal hingefahren um zu plaudern. Beim Gehen habe ich die Mutterhündin in der Wurfkiste gestreichelt, die Züchterin war ganz erstaunt, weil die dann normal immer herschnappt und sich von mir aber gerne angreifen hat lassen.
2 1/2 Wochen später haben wir dann einen Anruf bekommen: "euer Hund ist gerade aufgewacht", ein Foto zu "unserem Hund" bekommen - das hat sehr berührt. Da stand er, im Plantschbecken und hat uns angesehen.
Fango - benannt nach der Schlammpackung, da er der dunkelste und letzte Welpe war.

Wir haben Fango dann zu uns holen dürfen und.... er war einfach ein Traumhund, hat kaum gejammert, war immer brav, hat uns in der Nacht max. 2mal aufgeweckt,... Den Welpenkurs habe dann zum Schluss ich ganz alleine mit ihm besucht, auch Agility war immer meine Sache. Die Erziehungsbücher habe ich gewälzt, geübt und trainiert, ja, das hab ich alles gern gemacht und ich war und bin auch seine Bezugsperson Nr. 1. Ich habe aber IMMER die Unterstützung meine Eltern bekommen, immer. Und obwohl zu Beginn die Sorgen da waren, dass mich der Hund später nicht mehr interessiert.... ich gehe, 6 Jahre später, immer noch täglich mit ihm die Runden, spiele mit ihm, füttere ihn, beschäftige ihn,.... Das alles hat denke ich auch sehr zu MEINER Entwicklung beigetragen, weil ich im Prinzip schon sehr früh viel Verantwortung übernommen habe.
So etwas kann schief gehen, das sieht man oft, dass der Hund dann den Eltern bleibt. Ich war von Anfang an bei der Sache voll dabei, wollte das auch nie aufgeben und hab freiwillig auf so manche Aktivitäten mit Freunden, etc. verzichtet, weil mir Fango eben viel wichtiger war, als am Abend irgendwo hinzugehen.

So, das war jetzt mal ein Roman, sorry!


 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#11 von lucky , 03.06.2010 11:13

ich bin selber mit vielen tieren aufgewachsen- pferde-hühner-schafe-truthänen- 3 hunden- hasen und so lustigen vogerln (keine ahnung wie die "rasse" hieß)-es war dementsprechend immer was los.
als ich dann nach wien gekommen bin- mein gott wie furchtbar- mir fehlten die tiere so sehr..aber ich musste selber einmal lernen hier zurechtkommen- die hektik-der lärm- meine sportschule usw. aber die sehnsucht nach einen eigenen hund war immer da...
viel info eingeholt- eine neue wohnung gesucht- mit viel grün rundherum...damit es von anfang passt- das schreiben vom vermieter organisiert das ein hund hier erlaubt ist und und und...
und dann ging es auf hundesuche- ein kleiner münsterländer sollte es werden (wir hatten immer einen jagdhund) so kam ich zu asta- ein münsterländer der unerwünscht war- weil sie dem zuchtkriterium nicht standhielt...(hab ich glaube eh schon wo geschrieben..)-für mich war der wurm der perfekte und schönste hund auf der ganzen welt....die blöden leute (genannt züchter in diesen fall) hätten schön geschaut was aus ihr geworden ist...
sie hat mein ganzes leben auf den kopf gestellt- wie wunderbar- aber ich hätte sie auch hin und wieder erwürgen können..aber dann sieht man in die augen der wunderbaren geschöpfe und liebt sie einfach..
zwei jahre nach dem sie gestorben ist...war der wunsch nach einen hund wieder da..-ich begann wieder von vorn- suche suche...war bei fr. bärtl um mich über den border collie zu informieren- habe alles gelesen wa es zu lesen gab.
als ich von fr. bärtl einen border collie bekommen hätte, kam mir lucky dazwischen...geschichte ist im forum eh schon geschrieben
der ganze tagesablauf richtet sich nach ihr- wenn ich wohin gehe-werde ich nach einer gewissen zeit schon nervös...denn der gedanke ist schon bei lucky...
meine arbeitszeit damals konnte ich auch so einrichten das sie nie zu lange alleine war- ich konnte mich in der arbeit sowieso nicht konzentrieren-da ich nur an sie gedacht habe- "was sie vielleicht so anstellt usw" ich habe sie immer ganz furchtbat vermisst....

jedenfalls sollten alle tierbesitzer sich ganz viele gedanken machen- bevor sie sich ein tier zulegen- siehe bericht oben von mir

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#12 von piamama , 03.06.2010 20:31

Ich möchte auch ein besonderes Thema anschneiden, das man bedenken soll, bevor man einen Hund zu sich nimmt. All die Probleme , die ihr angesprochen habt, sind uns Hundemenschen ja leidergottes oder gottseidank bekannt.
Sosehr man in seinen kleinen Welpen verliebt ist, auch wenn man den den tollsten, gescheitesten und besten der ganzen Welt hat, man sollte auch bedenken, daß dieses Tier irgendwann in die Jahre kommt und krank werden kann. Und unsere besondere Pflege braucht. Das hohe Tierarztkosten entstehen können, daß man wie in der Welpenzeit wieder Lackerln aufwischen muß, öfters mit dem Oldie raus muß als früher und wie einem betagten Menschen beistehen muß.
Auch daran sollte man denken. Bin ich dazu auch bereit?
Meine letzte Hündin wurde 16 Jahre alt, war 2 Jahre fast blind. Wir haben unsere Wohnungseinrichtung für sie umgestellt, damit Angie sich immer zurechtfinden konnte, ich hab ihr den Popo putzen müssen, wie einem neugeborenen Welpi, ich hab sie die Stiegen rauf- und runtergetragen und hab ihr die manchmal schmerzenden Gelenke massiert.
Es war oft recht mühsam mit ihr, aber ich hab es gerne gemacht, weil sie ihr Leben bis zuletzt genossen hat und es uns auch gezeigt hat!
Ich weiß von meiner Tochter, die Tierarzt-Assistentin und Tierpflegerin ist, wie oft Leute, deren Tier plötzlich schwer erkrankt und hohe Tierarztkosten verursacht, sich allzu schnell entschließen, es einschläfern zu lassen.
Auch dieses Thema sollte auf der Liste stehen, wenn es darum geht, sich zu entscheiden, ob ich ein Tier zu mir nehme!

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#13 von lucky , 03.06.2010 20:47

ja auch das hatte ich bei meiner ersten hündin schon bedacht- und bei lucky natürlich auch und natürlich werde ich ihr beistehen und für alles aufkommen was sie braucht.
bei vielen oder manche menschen ist es ja auch so- das sie beinahe nichts zum leben haben und ihre tiere so gut behandeln- ich kenne da einen menschen der auf der strasse lebt und alles für seinen hund tut- immer wenn ich ihn sehe erhält er und der hund etwas zum essen von mir und etwas geld- er würde nie das geld aufbringen können wenn sein hund krank wäre- ich weiß auch nicht ob es in wien auch so tierärzte gibt die in solchen fällen kostenlos helfen- in deutschland gibt es das.
aber die kehrseite ist eben das viele leute so wie du sagst das tier dann einschläfern lassen- bevor sie sich das antun einen alten hund zu pflegen.
ich würde für meinen hund alles machen was möglich wäre ohne das sie leiden muss vorausgestzt - so wie auch für einen lieben menschen.

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#14 von piamama , 03.06.2010 21:31

@lucky: Es gibt zum Glück solche Tierärzte! Meine Tochter arbeitet bei einem davon. Die haben bei einem Hund eines obdachlosen Punkers gratis einen Tumor entfernt + Nachbehandlung. In dieser Klinik werden jährlich ca. 40 freilebende Katzen von Tierschützern gebracht, kostenlos sterilisiert, behandelt und wenn möglich an gute Plätze vergeben.
Die OPs macht das gesamte Team in ihrer Mittagspause, oder am Abend nach der Ordinationszeit, Medikamente werden von der Spendenkasse bezahlt und am Wochenende kommt zweimal täglich einer in seiner Freizeit um die kranken Katzen füttern und zu verpflegen. Es gibt mehr Menschen als man glaubt, die gelebten Tierschutz praktizieren!

 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#15 von Grace , 03.06.2010 21:32

@piamama:
ich finde es sehr rührend, wie du deine hündin bis ins hohe alter so liebevoll begleitet und gepflegt hast. sie hatte wirklich ein sehr schönes leben bei dir und gespürt dass sie geliebt wurde. und genau DAS sollte jeder bereit sein, wenn man sich einen hund zulegen will. in guten wie in schlechten zeiten .... IMMER und in jeder lebensphase ein sozialer begleiter für dieses tier zu sein.

ehrlichgesagt finde ich es sogar schön mit meinen hunden durch DICK und DÜNN zu gehen. genau das macht doch eine schöne bindung aus. wenn man ein wesen wirklich liebt, ist man auch bereit alles dafür zu tun dass es ihm gut geht ...... auch wenn es mal mit hohen tierarztosten zu tun hat. möcht gar nicht nachdenken was die chemo für meine scooby alles gekostet hat und doch hat diese therapie uns noch ein halbes jahr zusammen geschenkt und es war die schönste, intensivste und bewussteste zeit die wir jemals zusammen hatten !!!


Wuffige Grüsse & bis bald
Marion & Grace

 
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