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RE: So war das doch nicht gedacht...

#16 von Senta , 05.06.2010 10:33

@Piamama

Evelyn, danke Dir! Ja, natürlich... Dazu muss man auch stehen: dass der Hund eben alt wird... Vielleicht dann auch nimmer so putzig und "schön" ist wie früher und viel mehr Arbeit macht. Ich finde die Treuelosigkeit mancher Menschen dann doch erschreckend... Wenn ein Tier sein Leben lang ein treuer Freund war - und dann, sobald er selber einen treuen Freunden brauchen würde, einfach eingeschläfert wird!

LG Vivien.


 
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bevor ch mir einen Hund zulege...

#17 von diebiggi , 22.07.2011 19:47

Hallo!

Ich habe gerade mit Interesse die Beiträge zu diesem Thema hier gelesen.
Ich überlege nämlich, eine kleine, bereits 10jährge Hündin, die leider ihr zuhause verloren hat, bei uns aufzunehmen.

Der Sammy ist mein 3. Hund, den ich, wie die anderen auch, als Welpe bekommen hab.
Mein erster Hund (nee, es war ne Hündin) war 5 Wochen alt und ich war 15, als ich ihn zuhause angeschleppt hab und gegen den Willen meines Bruders und vor allem meines Vaters durchgesetzt hab, dass sie da bleiben durfte. Sie hat mich durch die Pubertät begleitet und meine Mutter durch die schwere Zeit ihrer Krebskrankheit. Ich hab sie so sehr geliebt! Und als sie mit 15 nicht mehr konnte, musste ich über ihr Weiterleben oder Erlösung entscheiden. Das war unglaublich schwer, zumal sie mir ja auch beim Tod meiner Mutter so sehr geholfen hatte...
Danach passte erstmal kein neuer Hund in mein Leben.
Als die Kinder groß genug waren, kam dann doch wieder einer.

Aber worum es mir eigentlich geht, ist:
ich habe jetzt so meine Zweifel, ob es eine weise Entscheidung wäre, den o. g. Hund wirklich zu nehmen.
Aufmerksam geworden bin ich auf sie, weil ich auf dem Sommerfest der Tierhilfe Korfu war und anschließend die Fotos davon im internet angesehen hab. Und da war eine süße, kleine Hündin zu sehen, die Brigitte (so wie ich) heißt.
Entschuldigung - wie kann man seinen Hund "Brigitte" nennen??
Also les ich den Text dazu und sehe, dass sie 10 Jahre alt ist und ihre englische Besitzerin auf Korfu sie nicht mehr versorgen kann. Brigitte ist schon in Deutschland, hier in der Nähe, in einer Pflegefamilie und sucht ein neues zu Hause...
Ja, so geht das! 2 Tage hab ich überlegt, dann hab ich ne mail geschrieben und dann hab ich mich mit Brigitte, Pflegefrauchen, Sam und meiner Tochter zum Spaziergang getroffen. Sie ist noch kleiner, als erwartet, auch die Färbung hab ich mir nach den Fotos viel heller vogestellt. Sie ist nicht, wie das bei den Welpen war, auf mich zugestürmt und hat nicht sofort Schmusekontakt aufgenommen. Der Sam hat weder negativ noch positiv reagiert.
So eine 10jährige Hundedame hat es ja auch nicht nötig sich einzuschleimen.... Das imponiert mir!
Mir gefällt, dass sie ihren eigenen Kopf hat und ihren eigenen Weg geht. Sie ist freundlich, aber zieht ihr eigenes Ding durch. Aber sie sagt auch Bescheid, wenns ihr zuviel wird - hört sich an wie so gurrende Tauben...
Sie ist noch voll fit und mobil, ihr fehlen ein paar Zähne (wie beim Sam...), Sam und Brigitte waren nicht sonderlich aneinander interssiert, sie haben stattdessen gegenseitig ihre Markierungen überpinkelt... Andererseits sind sie gemeinsam (beide rennen los und kucken, ob der andere mit macht) auf andere Hunde zu gerannt.

Ich bin total hin und her gerissen!
Unser Leben mit Sam ist super entspannt und stressfrei.
Andererseits haben wir den Platz und ich grundsätzlich auch die Zeit, so einer heimatlosen Maus zu helfen.
Aber mal ehrlich, warum soll man sein gerade mal entspanntes Leben langfristig durcheinander bringen lassen?
Nachher mag sie niemals alleine sein (die Pflegemutter sagt, sie sei jetzt in den 3 Wochen, seit sie da ist, noch nie alleine gewesen)
Oder sie will mit in mein Schlafzimmer (das ist unterm Dach; Sam traut sich nicht die Treppe rauf und schläft bei meinem Sohn im Sessel)
Oder Sam wird eifersüchtig. Ich möchte nicht, dass Sam irgendeinen Nachteil erleidet!
Wie füttert man eigentlich 2 Hunde???
Sam frisst ehr schlecht und hat immer was im Napf...
Ich möchte gerne, wie bisher, zumindest langfristig, meinen Aushilfsjob machen, zum Sport gehen, abends mal weg gehen ohne Hunde...

Ich bin mir sicher, dass Sam hier ein gutes Hundeleben führt! Das soll ja so bleiben... Schränke ich Samys Lebensqualität ein, wenn ich Brigitte hier einziehen lasse??

Andererseits:
Ich empfinde sie irgendwo als charakterlich wie ne Schwester vom Sam- abgesehen von der Bindung an mich. Das imponiert mir! Sie ist kein Hund, der Mitleid nötig hat!

Ich würde sie einerseits gerne aufnehmen. Andererseits bin ich gerade so, wie es im Moment ist, zufrieden, entspannt und bin froh drüber, dass alles mal so läuft...
Und ich will nicht, dass Sam dadurch Schaden erleidet. Er ist schon extrem auf mich bezogen, normalerweise überhaupt nicht eifersüchtg, aber wenn ich die Nachbarshündin rüberhole und sie dann, nach Tobeeinheiten, mit mir schmusen will, dann sagt er schon Bescheid, dass ich ihm gehöre... Das macht er nur hier in seinem Territorium. Sonst nie.

Ach Menno.
Gebt mir doch bitte mal Euer Feedback!!!!
Ich weiß im Moment echt nicht, was ich tun soll...

 
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RE: bevor ch mir einen Hund zulege...

#18 von piamama , 22.07.2011 20:18

Ja, genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt, als ich Fashion zu mir holen wollte.
Sie war damals 11 Jahre alt. Pia war 7, eine verwöhnte kleine Prinzessin, eifersüchtig auf meine Katzen, meine Enkelkinder usw.
Ich hatte nie erwogen, mir eine zweiten Hund zu nehmen, weil ich dachte, dass tu ich Pia nicht an.
Ich holte Fashion als ziemlich verwirrtes, gestreßtes, durchfallgeplagtes Fellbündel zu mir, die sich ihrem Schicksal ergeben hatte.
Pia war etwas skeptisch, brummelte am Anfang öfters mal herum, Fashion war so höflich, sich unterzuordnen.
Aber es wurde von Tag zu Tag besser. Fashion brauchte zwar fast ein Jahr,bevor ich das Gefühl hatte, sie ist wirklich ganz bei uns angekommen.
Faszinierend war und ist, wieviel die beiden mittlerweile voneinander provitieren. Ich nenne sie oft "meine zwei alten Tanten", wenn sie Schulter an Schulter durch die Gegend zuckeln. Sie mögen sich jetzt wirklich gerne, Pia hat sich in vielerlei Hinsicht positiv verändert und Fashion genießt mit ihren 13 Jahren unseren geregelten Tagesablauf, die sehr enge Bindung mit mir und macht mir mit ihrem ruhigen, verträglichen und gütigen Wesen jeden Tag Freude.
Also, abschließend kann ich sagen, dass Fashion ein echter Gewinn für unsere Gemeinschaft war!
Wenn dein Bauchgefühl sagt ;: Dieser Hund paßt zu uns !; kann ich dir nur raten, sie bei euch aufzunehmen! Es mag zwar anfänglich etwas anstrengend sein, aber mit etwas Geduld, Verständniss und gutem Willen wirst du mit vielen schönen Erlebnissen belohnt!
Übrigens, gefüttert wird bei uns die ganze Bande (zwei Hunde und zwei Katzen) zur gleiche Zeit. Und wenn dein Rüde ein eher heikler Esser ist, dann pass mal auf, was passiert, wenn plötzlich Futterkonkurenz im Haus ist!


Ohne ein paar Hundehaare ist man nicht richtig angezogen. Ich bin immer overdressed !

 
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RE: bevor ch mir einen Hund zulege...

#19 von diebiggi , 22.07.2011 20:28

Danke!

 
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RE: bevor ch mir einen Hund zulege...

#20 von Senta , 22.07.2011 21:17

Es ist sicher eine schwere Entscheidung... Ich kann nur sagen, wie es für Senta war als wir mit Marion entschieden eine WG zu gründen.... Plötzlich war dann Senta eben nicht alleine, sondern hatte noch die Grace dazu bekommen... Sie hatte keinen einzigen Tag ihres Lebens dadurch einen Nachteil: im Gegenteil. Hunde sind nunmal Rudeltiere - und angenommen dass die zwei Charaktere gut zusammenpassen, so profitieren sie sehr vom Zusammenleben, lernen von einander und haben in der Abwesenheit der Menschen, immerhin einen Hundekamaraden noch dabei.

Ganz klar muss aber auch gesagt werden, dass es für den Menschen teilweise schon etwas mehr Arbeit bedeuten kann: vor allem wenn man beide Hunde alleine betreuen muss und beide beschäftigen muss. Man muss sich ganz einfach fragen, ob man zu dieses bisschen extra Mühe auch wirklich längerfristig bereit ist.

Das mit dem "nicht alleine bleiben"...ist nix anderes wie ein Trennungsstress. Wenn es wirklich massiv vorhanden ist als Problem, so kann man das abtrainieren: man muss sich aber dann auch im klaren sein, dass man erstmals die ersten 6 Monate wirklich da einiges zu tun hat bis man es hinkriegt. In dieser Zeit des Trainings, darf man auch den Hund nie in eine Situation bringen wo er massiv anstresst: sonst kann man das ganze Training wieder von vorne beginnen... Das heisst im klartext: das Alleinsein wird in ganz kleinen Dosierungen von der Picke auf neu gelernt...

Füttern ist null problem. Sogar wenn einer der Zwei theoretisch Futteraggressiv wäre, kann man das abtrainieren (geht auch relativ schnell) und in der Zwischenzeit kann man ja auch getrennt füttern... Und für einen schlechten Fresser ist Konkurrenz goldes Wert (kann ich mit meiner Senta nur bestätigen).

Am besten, man nimmt sich mit der Entscheidung Zeit... Noch ein paar mal mit den Wuffs spazieren gehen... Genau beobachten wie sie sich anfreunden... Selber schauen welchen Bezug man zur Hündin bekommt...

So wie Du sie beschreibst, glaube ich ehrlich gesagt ohnehin dass die Entscheidung irgendwo gefallen ist: denn eine Hündin die einen charakterlich imponiert... tja, die hat Dich ja schon eingewickelt!!! *grins* Super finde ich, dass Du nicht aus Mitleid handelst - denn das ist der denkbarst schlechtester Grund sich einen Hund zu holen... So wie Du die Hündin respektvoll siehst, wird die Entscheidung sollte sie fallen, auf alle Fälle die Richtige sein!


Keine Beleidigung würde mich so hart treffen wie ein misstrauischer Blick von einem meiner Hunde

James Gardner

 
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RE: bevor ch mir einen Hund zulege...

#21 von Felloma , 27.07.2011 19:52

Zitat von Senta
So wie Du sie beschreibst, glaube ich ehrlich gesagt ohnehin dass die Entscheidung irgendwo gefallen ist: denn eine Hündin die einen charakterlich imponiert... tja, die hat Dich ja schon eingewickelt!!! *grins*



Das sehe ich genauso wie Vivien ;o))

..und du hast sicherlich ganz ganz viel Hilfe....denk an deine Tochter und deinen Sohn....die werden dir bestimmt gerne helfen, wenn´s dir dann doch mal zu viel werden sollte..mal "Not am Mann ist!"...obwohl...die kleine Biggi wird dir bestimmt mehr geben, als nehmen!!!*mirsicherbin*


Mit einem kurzem Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede! (Louis Armstrong)

 
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RE: bevor ch mir einen Hund zulege...

#22 von Fangonette , 28.07.2011 21:20

Schön, dass die Kleine nun bei euch einziehen konnte :-))) wünsche euch viel viel Spaß mit ihr!


 
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RE: So war das doch nicht gedacht...

#23 von Amber , 29.11.2011 09:02

Ich wollte auch immer einen Hund, aber da wir in einer Wohnung gelebt haben und beide ganztags arbeiten waren, war das kein Thema. Dann sind wir in unser Haus gezogen, aber da wollte ich auch keinen Hund, weil wir zwar einen großen Garten haben, aber eben untertags nie zu Hause waren. Nach dem Schlaganfall von meinem Mann war dann klar, dass er nie wieder arbeiten kann und den ganzen Tag zu Hause sitzt. Ich habe dann noch 1 Jahr die "ideale" Rasse gesucht und Amber gefunden. Am Anfang hab ich mir mit ihr sehr schwer getan, weil durch sie meine geliebten Katzen völlig verstört waren und sie so anhänglich war. Ich bin aber mit ihr 2x die Woche in die Hundeschule und diese gemeinsamen positiven Erlebnisse haben uns zusammenwachsen lassen. Mein Mann hat unlängst gesagt, dass Amber seine beste Freundin ist. Sie ist für uns eine unglaubliche Bereicherung.


 
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