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Gedanken zum Tierschutz

#1 von Senta , 07.04.2010 09:34

Vor kurzem hat uns unsere Trainerin (fürs Praktikum zum Trainer/Verhaltensberater) aufgefordert uns Gedanken zum Tierschutz zu machen: wo es anfängt, wo es aufhört und was dazu gehört...

Ich habe eine ganze Nacht nicht schlafen können, weil da Gedanken dazu in meinem Kopf kursiert sind - stand auf am nächsten Tag und habe sehr schnell so 4 Seiten voll getippt mit allem was ich mir so dazu denke zum Thema. Vieles ist glaube ich ganz klar, das braucht man fast gar nicht schreiben... Klar will keiner (der halbwegs gesund im Kopf ist) dass Tiere unnötig leiden. Bilder kursieren im Kopf die man im Laufe der Zeit gesehen hat - Bilder die etwa mit Tierquälerei oder ähnliches zusammen hängen und da kriegt man eine richtige Wut im Magen. Bei mir ist es dann so, dass ich aufpassen muss überhaupt die eigenen "Tierart" (Mensch) noch lieben zu können - den die Versuchung ist groß da eher recht unlieb zu werden: womit man vermutlich gerade bei solchen Menschen am wenigsten erreicht.

Soweit alles klar. Mein Problem ist nur, dass ich während dem herum schreiben eigentlich auf einem Konflikt gestoßen bin.

Tiere möchte man beschützen. Sie sollen nicht sinnlos leiden, sollen nicht eingesperrt werden, sollen ein artgerechtes Leben führen etc. Jeder Hund im Tierheim soll ein Zuhause haben.

Der Konflikt entsteht nur durch die Tatsache das jede Art auf der Erde andere Arten nützt (soweit wie möglich) um der eigenen Art ein Vorteil (bessere Überlebenschancen) zu erschaffen. Ein Löwe wird manchmal ein Reh essen... Ein Pelikan frisst die Kücken von andere Vögel (schluckt sie ganz)... Ein Eisvogel wird Fische aus dem Wasser reissen etc. Irgendwie scheint die Natur insofern sich selbst zu regulieren und es entsteht ein natürlicher Zyklus.

Der Mensch (als Art) hat dieses "Benützen" nun zu einer Kunst gemacht. Der Mensch isst nicht nur andere Arten sondern benützt Tiere für alle mögliche "Jobs" die ihm Vorteile verschaffen... Rettungshunde schützen unser Leben, Blindenhunde führen unsere Blinden Mitmenschen herum, Polizeihunde fange für uns Kugeln... Wieder andere Tiere werden von der Wissenschaft als Versuchskaninchen gebraucht (missbraucht) um eben gewisse Krankheiten zu heilen...

Viele diese benutzten Tiere haben kein alzu schönes Leben... Gerade im Bereich der Wissenschaft habe ich es selber mitgekriegt wie z.B. Ratten im Labor getötet wurden für Experimente an den Herzmuskeln... Konnte gar nicht zuschauen und fand es grauenhaft (kann es anders nicht bezeichnen): aus Sicht der Wissenschaft jedoch angeblich absolut unerlässlich um Menschenleben (und in weitere Folge auch Tierleben) zu retten.

Hier entsteht der Konflikt. Es ist sehr grausam ein Tier einfach so zu töten um sein Gewebe für irgendwelche Experimente zu gebrauchen... Es ist noch grausamer ein Tier leiden zu lassen, voll gepumpt mit Medikamente, nur um zu untersuchen wie das arme Tier auf dieses Medikament reagiert... Es ist aber auch grausam einem Kind zu sagen: Du wirst sterben, weil wir es unterlassen haben für diese Krankheit eine Heilung zu finden... Es ist grausam Tiere die erkrankt sind einfach sterben lassen zu müssen weil die Wissenschaft sich keinen Schritt weiterentwickelt: weil einem die Mittel dazu genommen wurden.

Es ist also beides grausam. Ich frage mich wo da ein weniger grausamer weg zu finden ist und gerate in einem Konflikt.

Früher sind ernsthaft kranke einfach gestorben. Die Natur hat die Krankheitsproblematik selber gelöst und kranke Gene haben sich ganz einfach immer weniger vererbt... Heute versucht man alles zu heilen - mit allen Mitteln: weil wir eben genau wie jede andere Tierart, zuerst mal an die Erhaltung der eigenen "Art" denken. Der Schuss geht nach hinten los, weil es am ende zu viele Menschen gibt und der Mensch als Art zu sehr die Überhand gewinnt: das Gleichgewicht gerät ausser Kontrolle. Ich frage mich nur ob es eine ethische Alternative gibt?

Es gibt einen für mich sehr aufrüttelnden Film der das Recht in Frage stellt andere Arten derart zu exploitieren: Earthlings. http://video.google.com/videoplay?docid=6361872964130308142# (bitte nicht anschauen wenn man grausige Bilder nicht aushält).
Hier wird die Nutzung von Tiere (zu welchem Zweck auch immer) als eine Art "Rassismus" hingestellt. Die Bilder die verwendet werden um diese Exploitation herzuzeigen sind teils sehr furchtbar. Was mir fehlt im Film ist allerdings die Alternative - oder die Lösung... OK, wir verwenden keine Tiere: also logische Schlussfolgerung? Wir lassen zukünftig kranke Menschen einfach sterben? Da wird man dann einen Film machen über den Verrat an die eigene Art und die Fotos von sterbende Kinder die irgendwelche grausliche Krankheiten haben: diese Bilder will ich ebenso wenig sehen.

Ich kenne keine Lösung. Ich weiss nur, dass die Exploitation von Tiere auf alle Fälle zu weit geht und zu wenig kontrolliert wird. Dass Tiere manchmal leiden um uns ein Vorteil zu verschaffen: das ist eine Tatsache. Ich hätte aber mindestens als ersten Schritt gesehen, dass Tiere nicht unnötig und mehr leiden als absolut notwendig. Ich möchte sehen dass die Kosten-Nutzen Rechnung diesbezüglich mehr aufgeht und dass das Leben von Tiere eben dadurch etwas mehr an Wichtigkeit gewinnt. Wenn man schon für besonders wichtige Forschung Tiere braucht, dann soll man sie bitte nicht für jeden Schmarren brauchen (Studenten an der Uni die täglich eine Ratte totschlagen um irgendwelche Experimente zu machen die teilweise dann falsch gemacht werden und wo dann eine zweite Ratte hergenommen wird). Das Gleiche lässt sich auf alle Bereiche ausbreiten... Man könnte die Gesetze bezüglich Haustiere verändern (sie sind KEINE Sache sondern ein Lebewesen), die Gesetze bezüglich Tierquälerei (wie in den USA, einfach im Knast stecken), die Gesetze bezüglich Nutztiere (Lebensqualität, Transport etc.). Ziel wäre es eben das Leid auf das absolute Minimum zu bringen was für den "Nutzen" eben notwendig ist...

Befriedigend ist auch diese Lösung nicht - es wäre aber mindestens ein absolut notwendiger erster Schritt, denn Schützen muss man die Tiere sicher. Die Ausnützung der Tiere ist an sich nichts unnatürliches (das macht jedes Tier). Der Maß ist nur extrem ungewöhnlich: und da treibt es unsere Art eben zu weit. Und zwar so weit, dass wir letztlich den Planeten gefährden und damit auch langfristig gesehen sogar die eigene Art in Gefahr bringen. Lässt man weiterhin zu dass Tierarten aussterben und deren Lebensraum ausgebeutet wird: so gerät der natürlicher Zyklus eben aus den Bahnen - und dann erledigt Mutter Erde den Rest: wie sie es schon seit Jahrtausende macht. Sie befreit sich in der Geschichte immer wieder von jeder Art die zu sehr die Überhand gewinnt und mit dieser Verantwortung schlecht umzugehen weiss.

Mich würden einfach eure Gedanken zum Thema auch interessieren...

LG Vivien.


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#2 von Flemo , 07.04.2010 10:07

Ich kann deine Gedanken sehr gut nachempfinden -gerade in Bezug auf die heutige Medizin mache mir auch oft Gedanken wo die Grenzen liegen - in wie fern es wirklich sinnvoll ist, jeden Menschen mit Gewalt am Leben zu erhalten, nur weil es medizinisch möglich ist – aber wo sind die Grenzen? Wo hört die Sinnhaftigkeit auf und beginnt der Profilierungswunsch der Ärzte – wer entscheidet?
Wenn Tiere in der Natur ein anderes töten, dient das in erste Linie der Nahrungsaufnahme – und da fängt das Problem beim Menschen ja schon an – Es geht ja nicht mehr darum dass alle satt sind – dafür hat die Natur genug parat – es geht letztendlich darum, möglichst viel Gewinn heraus zu schlagen – sowohl in der Fleischindustrie als auch in der Pharmazie – letztendlich ist es meiner Meinung nach die Profitgier vieler Menschen die über alle ethischen und moralischen Bedenken siegt.


Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur.

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#3 von Senta , 07.04.2010 14:36

Danke Flemo - ist natürlich auch ein Aspekt dieser Profitgier... Das ist eben vermutlich woran es liegt dass der Mensch, anders wie andere Tiere, wirklich einfach sich ZU viel bedient aus der Natur. Ich frage mich nur ob es da überhaupt möglich ist eine vernünftige Linie zu ziehen: und WO man diese ziehen müsste... Es ist einfach verdammt schwer da auf vernünftige Lösungen zu kommen.

Was die Lebenserhaltung betrifft, ich kann ein Lied davon singen. Ich hatte in Österreich eine sehr gute Freundin, eine ältere Frau die mein Studium gesponsert und finanziert hat.... Diese Frau wollte KEINE Lebenserhaltende Maßnahmen und hatte mich oft gebeten es NIE zuzulassen. Nun, sie hatte jahrelang Leukämie und bekam Medikamente... Als diese nimmer wirkten (da war sie schon 84) hat man ihr eine Chemo angetan (da hat sie ja auch zugestimmt)... Die Chemo griff das Herz an, weswegen sie dann einen Herzschrittmacher bekam (hat auch zugestimmt).... Ein paar Wochen später starb sie trotzdem an Nierenversagen: also hätte man sich die ganze Quälerei mit der letzten OP auch sparen können...

Diese 84 Jährige Frau hat ihre letzten Momente mit Schmerzen und OPs verbracht... Dabei hat man gewusst dass man sie längerfristig nicht retten kann - aber eben, wenn der Tot naht, dann kriegt es jeder mit der Angst zu tun und man versucht dann trotzdem alles um zu leben (auch wenn man es so gar nicht wollte vorher). Ich denke mir manchmal was dagegen spricht so einen Menschen nach Hause zu schicken damit er seine letzte Zeit noch schmerzfrei genießen kann, ein paar schöne Unternehmungen noch macht und dann im Kreise der Familie und in Liebe gehen darf...

Darum geht es aber nicht... Junge Menschen brauchen auch Medizin und die Medizin braucht Forschung... Und die Forschung braucht Tiere für Versuche... Derzeit ist es auch viel zu wenig reglementiert - nur frage ich mich ob man es ganz verbieten könnte ohne eben die eigene "Art" zu gefährden und manche Individuel im Stich zu lassen mit ihre Krankheiten.


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#4 von lucky , 08.04.2010 15:13

Mit diesen Gedanken habe ich mich schon oft auseinandergesetzt- da viele Tierversuche einfach nicht notwendig sind (Kosmetik usw). Jemanden leiden zu sehen oder zu wissen tut meiner Seele weh. Ich könnte nicht mal Tierfilmer sein- weil da würde ich noch die Tiere retten, wenn ich sehe sie sind in Gefahr. Aber das ist die Natur, die regelt sich selbst. Abgesehen von der Umweltverschmutzung - wo wir in die Natur so massiv eingegriffen haben, dass viele Tierarten vernichtet worden sind- bzw. vom Aussterben betroht sind. Die Liste wäre unendlich lang. Ja- wo fängt Tierschutz an- sind sie Sinnvoll um Menschen zu retten? In einigen Sachen würde ich sagen ja- mein Gewissen sagt nein- meine Vernunft- eher ja. So wie du sagst -wenn ein Kind im Sterben liegt- es hätte gerettet werden können- wenn die Tierversuche gemacht wurden...Es ist sehr schwer- aber da stehe ich dann dazu- hätte man da doch weiter geforscht- weil ich bin dann als Mensch völlig hilflos und hoffe natürlich, dass es dann eine Medizin gibt die den Menschen hilft. Aber wie gesagt- vieles in unötig und das mit den Mäusen und Ratten weiss ich auch, dass viele unnötig sterben müssen, weil der Versuch der Studenten misslingt. Eine Freundin von mir ist Tierpflegerin und hat mir berichtet, dass sie dort eigene Versuchreihen machen (ich weiss jetzt nicht mal mehr über was) mit Ratten- die werden zerlegt begutachtet usw. Ich muss sie demnächst fragen warum die das machen.
Es beginnt ja schon mit den Zoos- Artgerecht??? Die eigenen Haustiere- (ich meine jetzt nicht unsere im Forum- da wird viel getan für sie)- die Meerschweinchen- Hasen usw. in den teilweise kleinen Käfigen ohne Auslauf- falsche Tierhaltung usw. Die Hunde die zuhause auf das Katzenkisterl gehen weil Menschen zu faul sind um mit dem Hund Gassi zu gehen (würde ich eher einer Katze den Vorzug geben- bevor ich mir einen Hund zulege). Es beginnt ja schon bei uns Menschen- wenn wir uns ein Tier nehmen- wieviele arme Tiere leiden ihr ganzes Leben in unserer Menschenhand weil sie Misshandelt werden- weil mit ihnen nichts getan wird- die Tiere die sich selbst aufgeben- wie dankbar wäre jedes Tier das bei solchen "Menschen" sterben zu können um diesen Albtraum zu entrinnen.
Ich weiss noch als ich Asta zu mir genommen habe- sie wäre erschlagen oder vom Jäger erschossen worden- da sie den Bild des Zuchtverbandes nicht entsprach.
Für mich (ich Retter) war sie der schönste Hund der ganzen Welt. Mir war egal- dass sie kleiner war usw. Aber diese Augen- dieses Gesicht- sie war WUNDERSCHÖN.
Sie war so stark und selbstbewusst (das wurde sie erst als ich sie bei mir hatte) und hatte soviel Spass am Leben. Aber damit will ich sagen- wie
grausam wir als Mensch ohne Labor sind. Weisst du was ich meine. Ich verurteile alles was unötig ist- aber mit kleinen Beiträgen können wir auch helfen. Ich rede viel mit den unbelehrbaren (denke immer wieder- irgendwas bleibt schon hängen) usw.

Es ist wie gesagt unendlich- es beginnt schon beim Einkaufen- Bio oder normal.
So nun mal genug sonst wirds zu lange.
Lg. Erika

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#5 von Jagdhundbande , 08.04.2010 19:32

es gibt für mich nur eine einzig mögliche, akzeptable lösung:

es müsste raschest weltweit das gesetz beschlossen werden
(wie es übrigens im buddhismus und einigen anderen weltreligionen fest verankerter glaubensgrundsatz ist)
daß tiere gleichberechtige, also schmerzempfindende und überhaupt empfindende lebewesen sind -
DEM MENSCHEN GLEICHGESTELLT !
weiterhin ist es fixer bestandteil genannter religionen, daß wir uns unser karma in diesem leben
selbst erschaffen, d.h.:
WAS WIR UNSEREN MITWESEN - AUCH PFLANZEN ZÄHLEN HIEZU !!! - ANTUN, HABEN WIR IM NÄCHSTEN LEBEN ZU VERANTWORTEN,
UND ZWAR UNS SELBST GEGENÜBER !


(was du deinen mitwesen antust, wird dir selbst im nächsten leben passieren!)
darüber sollte die welt einmal nachdenken...


wer möchte, kann gerne hier nachlesen...

http://www.animal-rights.de/bibliothek/a...ier_teil3.shtml




folge dem Weg Deines Herzens !

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#6 von Senta , 08.04.2010 19:47

Evi, das ist schön. Aber wie löst Du dann das Konflikt, dass eben dadurch Krankheiten nimmer geheilt werden können etc??? Und wie kann man dann überhaupt Hunde halten die man mit Fleisch füttert? Also, ich meine nur. Wenn Tiere wirklich uns hundertprozentig gleichgestellt werden würden, so dürfte man auch zu keinem Zwecke Tiere töten: auch nicht um unsere Wuffs zu ernähren, um selbst davon zu essen oder um Krankheiten zu heilen... Wir hätten kein Recht dazu: genauso wie wir keinen anderen Menschen töten können. Im Grunde ja schön, aber ist es realistisch gesehen machbar? ...dann ginge auch eine Hundehaltung nicht...


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#7 von Flemo , 09.04.2010 10:34

Bitte jetzt nicht falsch verstehen - aber eines beschäftigt mich schon auch - den Tieren wird zugestanden das die Natur ihr Weiterbestehen regelt - sprich, dass nur die gesunden, starken überleben - warum eigentlich nicht auch dem Menschen - warum werden schwersbehindert zur Welt gebrachte Kinder mit Gewalt am Leben erhalten ? Warum müssen wir jede Krankheit heilen ? Wie alt "müssen" wir werden? ( Das Buch "Traumfänger" von Marlo Morgan hat mich diesbezüglich sehr zum nachdenken gebracht)
Aber im Gegensatz dazu bin ich mir sicher, wäre ich selbst, bzw. eines mein Kinder betroffen - sicher wäre mir jedes Mittel recht Ihnen zu helfen - andererseits denke ich mir dann wieder - ist es nicht vielleicht doch egoisisch, einen Menschen mit Schmerzen künstlich am Leben zu erhalten - gehts es ihm nicht vielleicht besser auf der anderen Seite - nur wir können nicht loslassen ? Aber das wissen wir eben auch nicht, was kommt - darum halten wir ja selber so fest am Leben ... eben auch auf Kosten von Tieren ....
wie oben erwähnt - ich habe keine feste Überzeugung wie weit was zulässig oder moralisch vertretbar ist - ich mache mir nur auch oft Gedanken darüber ......


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RE: Gedanken zum Tierschutz

#8 von Senta , 09.04.2010 11:42

Zitat von Flemo
Bitte jetzt nicht falsch verstehen - aber eines beschäftigt mich schon auch - den Tieren wird zugestanden das die Natur ihr Weiterbestehen regelt - sprich, dass nur die gesunden, starken überleben - warum eigentlich nicht auch dem Menschen - warum werden schwersbehindert zur Welt gebrachte Kinder mit Gewalt am Leben erhalten ? Warum müssen wir jede Krankheit heilen ? Wie alt "müssen" wir werden? ( Das Buch "Traumfänger" von Marlo Morgan hat mich diesbezüglich sehr zum nachdenken gebracht)
Aber im Gegensatz dazu bin ich mir sicher, wäre ich selbst, bzw. eines mein Kinder betroffen - sicher wäre mir jedes Mittel recht Ihnen zu helfen - andererseits denke ich mir dann wieder - ist es nicht vielleicht doch egoisisch, einen Menschen mit Schmerzen künstlich am Leben zu erhalten - gehts es ihm nicht vielleicht besser auf der anderen Seite - nur wir können nicht loslassen ? Aber das wissen wir eben auch nicht, was kommt - darum halten wir ja selber so fest am Leben ... eben auch auf Kosten von Tieren ....
wie oben erwähnt - ich habe keine feste Überzeugung wie weit was zulässig oder moralisch vertretbar ist - ich mache mir nur auch oft Gedanken darüber ......



Die Gedanken sind für mich nachvollziehbar - und ich muss gestehen, ich dass ich mich auch nach der Sinnhaftigkeit manchmal frage...

Allerdings, gibt es zu all diesen Fragen aus meiner Sicht eine Antwort...

Warum müssen wir jede Krankheit heilen??? Ganz einfach, weil wir es KÖNNEN. Jede Art bemüht sich die verletzten, kranken etc. weiter zu helfen. Das ist NICHT eine Eigenschaft die nur der Mensch hat. Ein Beispiel sind für mich Wölfe die z.B. sich gegenseitig die Wunden heil lecken... Oder eine Mutter Elefantin die mit aller Kraft ihr Elefantenkind aufschiebt wenn er nicht aufstehen kann und ihn wieder weiter schubst bis er wieder lernt gescheit zu stehen... Der Unterschied, ist nur dass wir Menschen es eben sehr oft KÖNNEN. Da wo schon jedes Tier aufgeben müsste!!! Es ist auch eine Verantwortung der eigenen Art gegenüber sein bestes diesbezüglich zu tun... Auch gilt, dass das Leben eben heilig ist - geschützt werden sollte: sofern man es kann - und wir KÖNNEN eben.

Was den Erhalt von Leiden betrifft - es handelt sich Gott sei dank nicht immer in der Medizin um eine Verlängerung des Leidens. Die Medizin ermöglicht auch Heilung und sehr oft kann ein Kind was normal gestorben wäre - eben ein schönes Leben führen... Hätte es nie die Nutzung der Tiere durch die Medizin gegeben, so wäre auch diese Art "Heilung" nie möglich gewesen: da gäbe es einfach keine Medizin - gar keine.

Was die Extremfälle betrifft, so bin ich sowieso der Meinung dass ein Mensch das selber entscheiden können sollte. Wer erhebliches Leid hat und eigentlich von Natur aus sterben würde, darf nicht mit Zwang am Leben erhalten werden... Wer gehen möchte, keine Behandlung will, soll auch in Ruhe gehen dürfen. Dies ändert allerdings nicht die Tatsache dass wir Menschen Tiere brauchen und gebrauchen: eben auch für die normalen Fälle wo es um Heilung geht. Und diese Forschung kommt dann auch den Tieren zu gute, weil man auch hier dann einiges an Heilung und Linderung anbieten kann...

Das Einzige was sonst möglich wäre, wäre eben ein Rückkehr an die brutale Regeln der Natur: Stark lebt, Schwach stirbt. Ob eine Art sowas verantworten kann, sofern sie in der Lage wäre es zu verhindern: das weiss ich nicht. Solche Philosophien hat es zwar schon öfters gegeben - aber die hatten meist wenig mit Tierschutz zu tun und eher nur mit der Verherrlichung des "Starken, Klugen, Überlegenen".


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#9 von lucky , 09.04.2010 20:50



Nur weil ich so klein bin- habt ihr meinen Beitrag übersehen- Wuff

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#10 von Senta , 10.04.2010 08:16

Nein Lucky!!! Nicht übersehen. Du schreibst nur für mich so nachvollziehbar, dass ich da nichts zum widersprechen habe - ich sehe vieles sehr ähnlich.

Der Mensch müsste eben lernen wo die Grenzen zu ziehen sind, dieser Ausbeutung: und das ist eben sehr schwierig. Ich habe auch recherchiert was die Tierversuche z.B. betrifft. Die polemischen Tierschützer behaupten es wäre gar nicht nötig... Die Medizin auf der anderen Seite behauptet dass es ohne gar nicht geht... Beide Seiten schreiben Bücher mit vermeintliche Beweise für ihre Sicht - was soll da noch der "normalbürger" überhaupt glauben...

Kosmetik z.B. ja... Ich gebe Dir recht. Für den Schmarren möchte ich nicht haben dass Tiere verwendet werden... Sollen sie freiwillige Testpersonen meinetwegen nehmen und zahlen dafür! Wie steht es aber dann z.B. mit der Kosmetischen Chirurgie??? Ich möchte nicht haben dass Tiere gequält werden damit irgendeine Hollywood Dame ihre Nase schöner findet... Aber genau die gleiche Forschung die den Damen eine schöne Nase geben und einen zu großen Busen, genau diese Forschung gibt auch einem Menschen (der nach einem Unfall entstellt wurde) eine neue Lebensqualität... Es ist da so verdammt schwer die Grenze zu finden...

Ich möchte auch nicht haben, dass für Hundefutter Herstellung etwa Tierversuche gemacht werden... Ich sehe die Notwendigkeit nicht. Man weiss genau was Hundeartige normal essen... Nur will man es denen nicht geben weil es zu teuer ist (60% Fleischanteil). Deshalb wird mit allerlei unnatürlichen Alternativen herumexperimentiert. Auf das kann ich verzichten: wie auch auf deren Pseudoprodukte (Masterfoods und co.).

Bio ja. Kaufe ich auch... Das Problem dabei ist eben, dass sich das kaum einer leisten kann... Sprich, man müsste daran arbeiten diese Produkte für alle Zugänglicher zu machen. Ich kann keiner alleinerziehenden Mutter mit 3 Kindern vorwerfen sie kaufe Eier aus der Legebatterie: sie würde sich nämlich sonst für ihre Kinder überhaupt keine Eier vielleicht leisten können.

Miteinander kann man vielleicht einiges verändern. Ich finde es dennoch wichtig den Menschen nicht generell als grausam hinzustellen. Meist gibt es einen Hintergrund warum Menschen so und nicht anders handeln: ziel wäre jeden mit an Bord zu nehmen - für JEDEN eine Alternative aufzuzeigen. Ein Beispiel ist für mich z.B. die Verfolgung der Waljäger oft mit Schiffe, gewaltsame und gefährliche Proteste ect.

Nun ist es so, dass ich Wale auch mag... Nur ist es mit halt auch bewusst, dass ein Waljäger dritter Generation KEIN ANDERES EINKOMMEN HAT und in erster Linie daran denkt seine Familie zu ernähren. Ich möchte sehen, dass diese Menschen nicht als "grausam" abgestempelt werden und dann verfolgt (auf gefährliche Art) sondern dass dieses Geld dafür verwendet wird denen ALTERNATIVEN anzubieten: eben einen Umstieg in einen anderen Beruf worin sie NICHT diese herrliche Tiere töten müssen. Hier fehlt mir ganz dezidiert der gute Wille. Tausende Euronen werden ausgegeben für Schiffe, gewaltsame Protestaktionen, teilweise auch Bombenattacken (so wie es der A.L.F. verübt) etc. Tausende Euronen um irgendeine Sensation zu inszenieren wo man wieder auf sich aufmerksam macht (was man den nicht alles für die Tiere den tut). Hätte man das gleiche Geld allerdings in einer LÖSUNG investiert: so hätte man das Problem gar nimmer weswegen man protestieren müsste!

Man stelle sich vor, man ist Walfänger... Man macht einen sau dreckigen schwierigen und extrem gefährlichen Job um seine Kinder zu ernähren und man ist dafür ohnehin der "Buhmann" der Welt... Es kommt einer daher und sagt: Wenn Du eine Bio-Farm anbaust stattdessen, kriegst Du so viele tausende Euronen als Forderung und eine Garantie für die ersten 3 Jahre, dass Deine Familie ernährt wird... Kennt ihr da viele die "Nein danke" sagen?

LG Vivien.


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#11 von lucky , 10.04.2010 21:15

Danke.....
Heute Zeitung gelesen - oh Graus- das Individium Mensch geht wieder auf Robbenjagd. Wie kann man sowas tun- wie kann man in die Augen solcher Tiere schauen und draufhauen- die Quote wurde von 50.000!!!! auf 330.000!!!!! erhöht. Wie kann man ruhig schlafen- bei so einer grausamen Tat- wie geht sowas. Wie kann man sowas tun- ich werde das nie begreifen können- ich will es auch gar nicht.
Diese Gier des Menschen- diese Leute die die Felle kaufen. Wissen die eigentlich welch schrecklicher Tod diesen Tieren widerfahren ist? (ich réde mal "nur" von den Robben). Es dreht mir den Magen um und ich rege mich furchtbar auf. Ich bin mir da nicht sicher ob diese Leute nur von diesen Geld leben müssen- was machen die den Rest des Jahres? Aber warum wird da nicht auf humane Art getötet? Weil es zu teuer ist?
Unglaublich zu welchen Taten der Mensch fähig ist- in China, wo den Hunden und Katzen bei lebendigen Leib das Fell abgezogen wird- Hunde angezündet werden- (auch lebendig)- wo ihnen die Kehlen durchgeschnitten werden- wo die armen Tiere so zusammengepfercht sind in Käfigen und vom Lkw hinuntergeworfen werden-am sogenannten Lagerplatz wo sie umgebracht werden. Nennt sich das Mensch- hat der ein Gewissen- eine Seele. Es ist mir bewusst das Leute von dem Leben was sie tun- aber so.. Nur denke ich bei vielen ist es Habgier und nicht der Kampf ums Überleben- ich hoffe man versteht mich irgendwie.
So ich lasse es mal- da es mich so aufregt.
Lg. Lucky


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#12 von Senta , 10.04.2010 21:37

Es sind sehr schöne Tiere und es tut sehr weh das mit anzusehen... China ist ohnehin ein Thema ganz für sich - leider...

Habgier ist eine Seite... Der Kampf ums Überleben die andere... Das eine gehört mit strengen Gesetzen reglementiert... Und den Anderen muss man irgendwie einen Umstieg auf andere Berufe ermöglichen...


 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#13 von Jagdhundbande , 11.04.2010 22:41

flemo, du sprichst mir aus der seele.....
früher mal, so vor ca 10 000 - 30 000 jahren konnten nur die überleben, die gesund und stark waren, egal ob hominide oder säuger oder reptil oder sonst was...
darum ist ja auch das leben des heutigen menschen so selbstherrlich abstossend....

und - weil wir es können - also uns zu heilen, ist demzufolge ein äußerst zweifelhafter fortschritt!!!!!
ich bin demzufolge der fixen meinung, daß das leben damals gerechter war.
kein lebewesen hat jemals der welt soviel schaden zugefügt als der mensch, dem ist NICHS hinzuzufügen, sorry, aber da bin ich rigoros!

meine meinung nach dürften nur die überleben, die fähig sind, mittels fairer lebensweise, bei der jagd - aug in auge, einem raubtier gegenüberzustehen, es zu töten, danach auch dessen fleisch essen.... der wolf, der bei der jagd einen fehler macht, wird nicht überleben, so ist das....
und solange das für den menschen nicht mehr gilt (aufgrund von feigheit, bequemlichkeit und habgier) wird immer ein unfaires ungleichgewicht herrschen - zugunsten des monsters mensch, der sich immer mehr ungestraft vermehrt!




folge dem Weg Deines Herzens !

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#14 von lucky , 12.04.2010 05:53

Ja -aber früher wurde der Mensch auch nur höchstens 30 Jahre alt. Es ist schon richtig das viel habgier beim Menschen ist- aber wie ich schon einmal erwähnt habe in diesen Beitrag- wenn ich zusehen müsste das mein Kind sterben muss, weil die Forschung in all diesen Jahren nichts gemacht hätte- da wären wir ehrlich gesagt noch in der Steinzeit.
HILFE ich werde jetzt sicher verteufelt.
Es ist leider so, dass man nicht alles am Menschen testen kann- wenn es andere möglichkeiten gäbe- gerne- aber welche?? Wie auch schon erwähnt- alles was unötig ist (was ja leider bei vielen Sachen der Fall ist) darf nicht sein. Aber man muss sich selber eingestehen- wenn ich zum Arzt gehe ,dass mir geholfen werden kann- und viele Medis sind nur durch die Forschung entstanden (ja leider an tieren)- bin ich doch froh dass es mir bald besser geht. Beim einfachen Schnupfen- verwendet doch sicher jeder einen Nasenspray- aber das Thema ist unendlich- aber man sollte auch die andere Weise mal betrachten.
Bitte erschlägt mich nicht.
Lg. Erika

 
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RE: Gedanken zum Tierschutz

#15 von Senta , 12.04.2010 08:24

@Jagdhundebande

Evi...überleg einmal. Gäbe es keine Medizin, so könntest auch Du nicht ins Spital um Deine Hand zu operieren... Du wärst vollkommen auf Dich gestellt gewesen und Deine Hunde hättest Du da auch im Stich gelassen. Alles Gute was Du fortan tun wirst können (auch für die Tiere die Du liebst) wäre nicht möglich wenn nicht vor vielen Jahren einer gesagt hätte dass wir gegenüber unsere Artgenossen die Verantwortung haben möglichst viele durchzubringen. JEDE Art tut das - das ist nicht eine Eigenschaft die nur mit dem Menschen zusammenhängt. Wir können es nur etwas besser wie die meisten Arten. Ich habe mich auch schon operieren lassen. Ich persönlich würde es widersprüchlich finden, einerseits aus dem Fortschritt der Medizin persönlich zu profitieren während ich auf der anderen Seite das verteufle was zu diesem Fortschritt geführt hat? Ich war damals froh dass meine Mitmenschen zu mir nicht gesagt haben: "Bist schwach (krank) also stirb..." Auch Deine Freya hättest Du heute vermutlich nimmer... Man hätte ihre rausspringende Knie nicht operieren können - der Hund würde nicht gehen können irgendwann vor Schmerzen: und die gnädige Medizin wäre dann auch daran beteiligt gewesen den Hund nicht langsam verenden zu lassen sondern eben einzuschläfern. Wie hat man glaubst Du diese Mittel entwickelt??? Dafür wurden eben andere Tiere getestet - so schrecklich es ist: aber wahr!!! Und dafür werden andere Menschen/Tiere geholfen.

@lucky

Sehe es genau wie Du - vieles ist Habgier und gehört dringend verändert... Vieles ist aber auch ein "nötiges Übel" - eben weil bislang auch die extremsten Tierschützer keine Alternativen aufzeigen konnten. Die Alternative ist eben Verrat an die Schwachen der eigenen Art: das macht kein Tier - wäre auch unnatürlich. Es wird sicher der Tag kommen an dem wir Experimente simulieren können sodass wir keine "echt" Experimente mehr brauchen. Wir sind aber noch lange nicht da angekommen. In den meisten Ländern gibt es allerdings schon recht genaue Bestimmungen darüber, dass man Tiere für Versuche erst dann verwenden darf wenn keine andere Möglichkeit da ist um die gleichen Resultate zu erlangen... Man darf also nicht Tiere verwenden sofern es eine Alternative Methode gibt an das gleiche Wissen zu erlangen... Würde mir von einige Tierschutzorganisationen wünschen dass sie hier ansetzen. Weniger Geld ausgeben um Testlabors in die Luft zu sprengen oder Wissenschaftler zu terrorisieren und mehr daran arbeiten um alternative Testmethoden zu entwickeln. Dann könnte man nämlich auch die Wissenschaft daran halten diese Alternative auszuprobieren und die Tierversuche zu lassen.

LG Vivien.


 
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zuletzt bearbeitet 12.04.2010 | Top

   

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